Jugend
Der Glaube ist überall
Julia Friker
«Der Glaube ist überall auf der Welt vorhanden und jeder hat einen anderen, persönlichen Zugang zu ihm.»
Taizé ist ein kleiner Ort in Ostfrankreich und gilt als Symbol der ökumenischen Bewegung. Jährlich treffen sich 200 000 Besucher aus fünf Kontinenten, hauptsächlich junge Erwachsene zwischen 16 und 29 Jahren. Die Gemeinschaft setzt sich aus Katholiken, Protestanten und Anglikanern zusammen.
An diesem Event war Aline Bolliger. Sie ist 19 Jahre alt und kommt aus Gretzenbach. Sie besucht aktuell die pädagogische Hochschule in Luzern, mit dem Ziel, Lehrerin zu werden.
In ihrer Freizeit backt sie gerne, näht oder spielt gerne Klavier. Sie ist auch als Leiterin für die Jugendturngruppe in Gretzenbach tätig.
Aline, wie kam es dazu, dass du dieses Jahr in deinen Sommerferien am Taizé-Lager teilgenommen hast?
Mein Götti hat mich gefragt, ob ich mit ihm, meiner Tante und noch drei weiteren Personen mit nach Taizé möchte. Er hat die Reise organisiert.
Wie hast du das Lager erlebt?
Das Lager hat mir gut gefallen. Ich fand das Konzept dahinter sehr besonders und war beeindruckt, dass so viele Menschen aus verschiedenen Ländern und Glaubensrichtungen an einem Ort friedlich zusammenkamen. Alle waren sehr offen und es hat Spass gemacht, sich mit Menschen aus anderen Ländern zu unterhalten.
Wie sah ein gewöhnlicher Tag aus?
Der Tag startete immer um 08.00 Uhr mit dem Morgengottesdienst. Nach dem Frühstück hatte man Zeit für sich selbst, bis dann um 10.00 Uhr die Bibeleinführung begann, bei welcher jeweils ein Bibeltext von einem der «Frères» näher erklärt und später in Gruppen Fragen zu dem Text diskutiert wurden. Bei den Gruppenarbeiten stand dabei der Austausch mit den Gruppenmitgliedern im Fokus.
Anschliessend hatte man Freizeit, bis dann um 12.20 Uhr der Mittagsgottesdienst begann. Gleich darauf folgte das Mittagessen. Am Nachmittag hatten wir entweder ein «Ämtli», welches wir erledigen mussten, oder man hatte Zeit für sich. Um 17.00 Uhr gab es Tee und um 19.00 Uhr dann das Abendessen. Zu guter Letzt fand um 20.20 Uhr das Abendgebet statt. Einige haben den Abend im «Oyak», was eine Art Kiosk oder Bar war, ausklingen lassen.
Möchtest du die Reise erneut erleben und wem kannst du diese Erfahrung empfehlen?
Ich bin mir noch unsicher, ob ich wieder gehen werde, kann es aber grundsätzlich jedem weiterempfehlen. Man muss nicht unbedingt strenggläubig sein, um nach Taizé zu reisen und dort eine schöne Zeit zu haben.
Wie verändert das Lager den Glauben der jungen Menschen?
Ich habe Personen im Lager kennengelernt, die mir erzählt haben, dass sie in Taizé noch mehr zu ihrem Glauben gefunden haben. Für mich hat das Lager nichts an meinem Glauben geändert. Es hat mir jedoch aufgezeigt, dass der Glaube überall auf der Welt vorhanden ist und jeder einen anderen, persönlichen Zugang zu ihm hat.