Aktuelle Nummer 05 | 2021
28. Februar 2021 bis 13. März 2021

Editorial

Lebensfreude

Am vergangenen Hilari (13. Januar) eröffnete die Solothurner Narrenzunft Honolulu die Fasnacht 2021. Auch wenn die meisten Anlässe coronabedingt nicht stattfinden können, sollen sich die Solothurnerinnen und Solothurner die fasnächtliche Freude nicht nehmen lassen. Die Chesslete wird an den Fenstern und auf den Balkonen stattfinden, und ebenda werden auch die Fasnachtsfahnen mit der Aufschrift «Ja zur Lebensfreude» aufgehängt werden. Lebensfreude – dafür ist die Fasnacht ein Ausdruck, und Lebensfreude können wir auch in dieser Pandemiezeit gut gebrauchen. Der Grieche Epikur nannte drei Aspekte, die zur Lebensfreude beitragen. Die Abwehr von Schmerzen und Krankheiten, die Überwindung von Furcht und seelischer Belastung sowie der Verzicht auf materielle Bedürfnisse, die nicht nötig sind. Erst so könne sich die Freude einstellen an dem, was das Leben in seiner Einfachheit bietet. Die drei Aspekte tönen wie ein Rezept, mit dem die Coronazeit bewältigt und gestaltet werden könnte. Der Schutz des Körpers vor Ansteckung und der Seele vor Verzweiflung schafft und erhält Leben, lässt neue Lebensmöglichkeiten entdecken und ermutigt trotz Einschränkungen und Ängsten zu neuer Lebensfreude. So kann die spezielle Fasnacht helfen, die Krise mit Zuversicht zu bestehen. 

Der Jugendverband Jungwacht-Blauring vernetzt unter dem Label «Lebensfreu(n)de» die Ehemaligen aus verschiedenen Generationen. Mit der Ergänzung zu Lebensfreunden betonen sie den sozialen Aspekt der Lebensfreude. Auch wenn physisches Abstandhalten notwendig ist, gehören Begegnungen und Beziehungen unabdingbar zur Lebensfreude. Zusammen mit Freundinnen und Freunden lässt sich Lebensfreude teilen. Diese Freude zu teilen ist auch ein wichtiger Aspekt des Glaubens. Dafür steht Bischof Felix ein. Es ist ihm gelungen, trotz vieler Schwierigkeiten und ungelöster Fragen, diese christliche Freude und Zuversicht in unserem Bistum immer wieder sichtbar zu machen und eine Kultur des Dialogs zu fördern. Im Spannungsfeld von Bewahren und Erneuern wünsche ich der Kirche unter seiner Führung und Ihnen allen viel Raum für Lebensfreu(n)de. 

Kuno Schmid