Aktuelle Nummer 19 | 2021
12. September 2021 bis 25. September 2021

Jugend

Ein Jahr ohne Firmungen

von Sophie Deck

Chiara Caruso ist 17 Jahre alt, Ministrantin und besucht derzeit das dritte MAR an der ­Kantonsschule Solothurn. In ihrer Freizeit spielt sie Geige und macht TeamAerobic. Sie hätte ­dieses Jahr gefirmt werden sollen; im Interview erzählt sie von ihrem Bezug zum Glauben und davon, wie sie den Lockdown erlebt hat.

Sophie: Wie kommst du in deinem Leben mit Religion in Kontakt und spielt für dich Glaube eine grosse Rolle?
Chiara: Der Glaube gibt mir Halt in alltäglichen Situationen. Für mich heisst Glauben Vertrauen. Vertrauen darauf, dass es Gott gibt und er mich nie allein lässt, in guten wie auch in schlechten Zeiten.

Was bedeutet die Firmung für dich?
Die Firmung ist für mich die Bestätigung der Taufe. Wenn man nach der Taufe immer noch von seinem Glauben überzeugt ist, wird dies durch die Firmung nochmals bestätigt. Firmung bedeutet auch Gemeinschaft. Durch die Firmvorbereitung habe ich wieder meine alten Schulfreunde getroffen, mit ihnen Zeit verbracht und so die Gemeinschaft gepflegt.

Wie hast du den Lockdown erlebt im Zusammenhang mit der Firmung, dem Ministrieren und der Schule?
Während des Lockdowns wurde alles lahmgelegt: die Schule, die Gottesdienste und damit auch das Ministrieren und die Firmvorbereitungen. Leider mussten wir auch unser Benefizessen für «die Schule und gesundheitliche Entwicklung im Kongo» absagen, das wir geplant hatten, nachdem uns unser ehemaliger Pfarrer, Joseph Kalamba, auf das Thema aufmerksam gemacht hatte.

Wie ist es, jetzt ein Jahr länger auf die Firmung warten zu müssen?
Natürlich finde ich es schade, aber Gesundheit geht vor. Ich kann gut auf meine Firmung warten, wenn dadurch dazu beigetragen wird, dass die Situation sich möglichst schnell wieder verbessert. Ich bleibe optimistisch und freue mich umso mehr auf nächstes Jahr.