Aktuelle Nummer 25 | 2020
06. Dezember 2020 bis 19. Dezember 2020

Editorial

75 Jahre UNO

Freiheit, Recht und Menschenwürde zu schützen, seien Kernpunkte der christlichen Sozialethik, hat der überraschend bei einem Unfall verstorbene Theologe Markus Arnold vertreten. Diese Werte sind im christlichen Menschenbild begründet und werden durch die Menschenrechte geschützt. Es ist deshalb für die Kirche geboten, sich für die Einhaltung der Menschenrechte in ethischen und politischen Diskussionen vehement einzusetzen. Damit geht er einig mit Papst und ­Bischöfen, die sich jüngst, wie auch in den vergangenen Jahrzehnten, immer wieder für die Menschenrechte stark gemacht haben. Die Menschenrechte sind nicht nur ein Anliegen der Kirche. Sie werden als Minimalstandards des Menschseins universal anerkannt. Sie sind nicht verhandelbar und gelten für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Zugehörigkeit oder ­Religion. 

Die Menschenrechte und das Völkerrecht weltweit zu wahren, ist eine der Aufgaben der Vereinten Nationen (UNO). Die UNO wurde vor 75 Jahren in San Francisco gegründet. Sie löste den Völkerbund ab, der vor 100 Jahren seine Tätigkeit in Genf aufnahm. Auf den Trümmern der Weltkriege war es das zentrale Anliegen der Staatengemeinschaft, in Zukunft Konflikte ohne Waffen zu regeln und den Weltfrieden zu sichern. Internationale Zusammenarbeit solle anstelle von nationalen Eigeninteressen treten. Gerade auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Entwicklung, der Bekämpfung des Hungers, des Flüchtlingsschutzes und der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen kann die UNO grosse Erfolge aufweisen. Aber vieles bleibt Stückwerk, weil die UNO nur so viel ausrichten kann, wie die einzelnen Staaten und Mächte mitzutragen bereit sind. So sind manche Friedensbemühungen gescheitert, und der Schutz des Klimas und der Menschenrechte bleibt brüchig. Die UNO ist auf die Unterstützung von Hilfswerken und Unternehmen sowie auf den Druck aus der Bevölkerung angewiesen, um in ihrer Arbeit weitere Fortschritte erzielen zu können. Es braucht immer wieder neue Projekte und kritische Kontrollen, um Menschen, aber auch Tiere und die gesamte Natur wirksam zu schützen.

Ich wünsche Ihnen farbenfrohe Herbsttage. 

Kuno Schmid