Aktuelle Nummer 25 | 2020
06. Dezember 2020 bis 19. Dezember 2020

Kirche und Welt

Konzernverantwortung

Im Grundsatz sind sich alle einig. Wer einen Schaden anrichtet, soll dafür geradestehen müssen. Menschenrechte und Umweltstandards sollen für alle Firmen gelten, auch wenn sie im Ausland tätig sind. Umstritten ist, mit welchen Massnahmen diese Grundsätze durchgesetzt werden sollen. Ein Kompromissvorschlag wurde im Parlament versenkt. So bleibt nur das Ja oder Nein zur vorliegenden Initiative. Der Bundesrat und ein Teil der Wirtschaft stellt sich gegen die Initiative und möchte den Konzernen nur eine Informationspflicht auferlegen. Mehrere Hundert Unternehmer, Hilfswerke und zahlreiche kirchliche Organisationen befürworten die Initiative. Das katholische Hilfswerk Fastenopfer legt zahlreiche Beispiele vor, wie «schwarze Schafe» unter den Schweizer Konzernen trotz jahrelangen Klagen und Kampagnen weiter Schäden anrichten. Sie setzen Kinderarbeit ein und nehmen Umweltschäden in Kauf, um gewinnbringender produzieren zu können. Damit gefährden sie die Lebensgrundlagen und die Gesundheit der einheimischen Bevölkerung. Andere europäische Länder haben deshalb bereits sogenannte Lieferkettengesetze beschlossen oder auf den Weg gebracht, um solche Konzerne zur Verantwortung zu ziehen. www.fastenopfer.ch (ksc)