Aktuelle Nummer 13 | 14 | 2020
21. Juni 2020 bis 18. Juli 2020

Jugend

Als Jugendliche im Lockdown

von Carmen Ammann

Seit Wochen sind die Medien tagtäglich gefüllt mit Berichten über das ­Coronavirus. Es hat unser aller Leben massiv verändert: zuerst die steigenden Fall- und Todeszahlen, dann der Lockdown mit all den öffentlichen und privaten Einschränkungen, und jetzt die schrittweisen Lockerungen. Das Virus bestimmt unser Leben und fordert jede und jeden heraus. So geht es auch der 14-jährigen Christal aus Derendingen. Sie besucht die 8. Klasse im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach, treibt gerne Sport und ist Mitglied der Jubla.

Christal, was ging dir durch den Kopf, als der Bundesrat am 13. März anordnete, dass die Schulen schliessen müssen, um die Verbreitung des Virus zu verringern?
Christal: Wir waren im Skilager und nahmen wenig von der Entwicklung der Epidemie wahr. Deshalb wurden wir durch die Information völlig überrascht und waren alle ein wenig verängstigt. Ich war nicht besonders glücklich über die Schulschliessung. Es war das letzte Semester in unserer Klasse, und ich konnte dadurch meine Freunde nicht mehr treffen.  

Kurz darauf folgte die Schliessung aller Geschäfte und Freizeitbetriebe. Wie hast du diese Einschränkung erlebt? 
Christal: Diese Situation riss uns komplett aus unserem gewohnten Alltag. Die grösste Veränderung war für mich, dass alle Trainings und Wettkämpfe im Geräteturnen abgesagt wurden.  

Vom Veranstaltungsverbot war auch die Jubla betroffen. Wie habt ihr euch da organisiert? 
Christal: Auch dort herrschte eine riesige Flaute. Wir durften und konnten nichts tun. Alle Anlässe und Treffen wurden abgesagt. Einzig die Planung des Herbstlagers konnten wir via «Zoom» in Angriff nehmen. So war es möglich, wenigstens einige aus der Schar virtuell zu sehen und sprechen zu können.  

Wie hast du diese Zeit des Lockdowns erlebt? 
Christal: Von 8 bis 15 Uhr war mein Tag jeweils verplant für den Fernunterricht. Erst danach kam die Frage: «Was mache ich jetzt?» Meistens beschäftigte ich mich mit Sport oder Hausarbeiten. Grundsätzlich hat das alles auch gut funktioniert, aber doch fehlte mir der «normale» Alltag sehr.

Gibt es ein besonderes Erlebnis, an das du dich erinnerst?
Christal: Grundsätzlich nicht. Aber in der Zeit der «Isolation» habe ich das Fahrradfahren und Joggen für mich entdeckt, und ich konnte viele Sachen erledigen, für die man sonst meistens keine Zeit hat.