Aktuelle Nummer 19 | 2021
12. September 2021 bis 25. September 2021

Focus

Diamantene Profess: Sr. Priska Käslin

Schwester Priska Käslin leitet als Frau Mutter das Solothurner Kloster Namen Jesu, eine Gemeinschaft von acht Kapuzinerinnen. Am Dreifaltigkeits­sonntag 2021 konnte sie ihre ­Diamantene Profess feiern. Vor 60 Jahren hatte sie ihre ­Ordensgelübde abgelegt. ­Seither betet und wirkt sie in ­Solothurn und wird weitherum sehr geschätzt. (ksc)

Sr. Priska, wie haben Sie ihr diamantenes Jubiläum gefeiert?
Wir haben zusammen mit einer kleinen Gästeschar einen eindrücklichen Festgottesdienst gefeiert. Der Kapuzinerbruder Josef Bründler stand der Feier vor und fand passende Worte zu meinem Jubiläum. In diesem Rahmen habe ich meine Profess nach 60 Jahren feierlich erneuert. Anschliessend gab es ein Festmahl mit meiner Gemeinschaft, Geschwistern und Cousinen aus meinem Geburtsort Beckenried. Unter den Corona-Bedingungen war es schwierig auszuwählen. Trotzdem gab es eine wohlwollend festliche Stimmung. 

Sie haben sich vor 60 Jahren für ein Ordensleben im Kloster ­Namen Jesu entschieden. Wie kam es dazu?
Ich bin in der Zürcher Diaspora aufgewachsen. In der Zeit meiner Ausbildung zur Kinder- und Wöchnerinnenpflegerin entdeckte ich Franz von Assisi. Ich war begeistert von seiner Naturliebe und seiner Gestaltung des Lebens nach dem Evangelium. Während eines Praktikums im Bürgerspital Solothurn wurde ich auf die Schwestern­gemeinschaft Namen Jesu aufmerksam, die ihr Klosterleben nach der Regel des heiligen Franziskus gestaltet. 1959 habe ich hier angeklopft und bin geblieben. Nach zwei Jahren Noviziat legte ich die Gelübde ab. 

Sie blicken auf 60 Jahre als Ordensfrau zurück. Was hat sich in dieser Zeit verändert? Was ist ihnen wichtig geblieben?
Geblieben ist der tägliche Versuch, das Leben nach dem Evangelium zu gestalten. Geändert haben sich die Formen. Zu Beginn war alles noch sehr streng und geschlossen. Nach dem Konzil waren wir aufgefordert, den Menschen Anteil an unserem franziskanischen Leben zu geben. Wir bauten die Kirche um, öffneten die Liturgie und gestalteten sie zusammen mit Gläubigen aus dem Quartier. Eine wichtige Erfahrung waren für mich die Meditationskurse. 

Was wünschen Sie sich persönlich und für die Zukunft der Schwesterngemeinschaft?
Der Weg ins Kloster war nicht nur mein eigener Wille. Jesus hat mich gerufen und deshalb wünsche ich mir, hier weiterhin nach seinem Willen wirken zu können. Als alternde Gemeinschaft bilden wir zusammen mit Laien einen Verein und suchen nach neuen Wegen, wie das Haus auch in Zukunft im Geist von Franziskus mit Frauen belebt werden kann.  

www.namenjesu.ch