Bistumskolumne

Frauenpower im Advent

Im Dezember gedenken wir zweier Powerfrauen: Luzia und Barbara. Beide ­sollen vor über 1700 Jahren gelebt haben, dementsprechend dünn ist die ­biografische Faktenlage. Das Unwissen kompensieren zahlreiche Legenden voller Wunder, Blut und Dramatik. Ausgeschnittene Augen bei Luzia, blutrünstiger Mord durch den eigenen Vater bei Barbara.

Was bleibt jenseits der Legenden? Was bleibt, wenn die Vernunft jede Dramatik und alles Blut wegwischt? Im Kern geht es um zwei Frauen, die ihren Glauben allen Widerständen zum Trotz ­bezeugen, wenn’s hart auf hart kommt sogar bis in den Tod.

Willensstark und standhaft im Glauben: Wie geht das heute, in einer Gesellschaft der unendlichen Möglichkeiten, in einer Kultur, in der grosse Toleranz, manchmal auch Gleichgültigkeit in religiösen Belangen herrscht? Entscheidend für Luzias und Barbaras Standhaftigkeit ist: Die dazu notwendige Willensstärke gewinnen sie aus der im Glauben gereiften Hoffnung, dass ­Gewalt, äussere und innere Zwänge nicht das letzte Wort haben. Glaube ­basiert auf der gelebten, durchaus nicht immer einfachen Ausrichtung auf Jesus Christus, der uns persönlich anspricht. Hier wurzelt alles. Daraus wächst Standhaftigkeit. Glaubenspower. Bei uns, bei mir?