Jugend

Essen direkt vom Hof in die Hand

von Sophie Deck

Biobäuerin und Ladenbesitzerin Claudia Zimmermann führt ­ihren Hof in Küttigkofen nach ihren ganz eigenen Grundsätzen. So hat sie auch schon in einem Dokumentarfilm mitgewirkt.

«Wenn man etwas aus Überzeugung tut, dann stützt einen das so sehr, dass man auch weitermacht», meint Claudia Zimmermann dazu, wie sie zur Biobäuerin wurde. Die 40-Jährige übernahm gemeinsam mit ihrem Mann vor sieben Jahren den Bauernhof von dessen Eltern in Küttigkofen. Ihr Mann, der als Holzingenieur arbeitete, hatte seine Kindheit auf dem Hof verbracht. Für die damalige Kindergärtnerin war das Hofleben hingegen komplett neu. Trotzdem war es für sie selbstverständlich, dass sie den Hof weiter bewirtschaften – wie zuvor nach den Richtlinien von Bio Suisse. Sie hätten gesprudelt vor neuen Ideen, lacht Claudia und meint, deshalb sei ihre Produktion so vielfältig. Auf dem Hof bauen sie verschiedenste Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchte an und halten Freilandschweine und Weiderinder.

Was Claudia dabei immer gestört habe, sei die Distanz von ihr zu den Konsumenten gewesen. «Ich finde es wichtig, dass ein Kunde sehen kann, wie etwas produziert wird und dazu Fragen stellen kann», erklärt sie. Und so beschloss sie drei Jahre später, einen Bioladen zu eröffnen, um ihre Produkte dort direkt anzubieten.

Mitten in den Vorbereitungen wurde Claudia dann überrascht: Der Solothurner Filmproduzent Nino Jacusso klopfte an ihre Tür und wollte, dass Claudia in seinem Dokumentarfilm «Fair Traders» mitwirkte. Im Film ging es um Menschen mit fairen, nachhaltigen Geschäftskonzepten. «Ich sagte zuerst sofort nein», erzählt Claudia. Eigentlich sei sie gar nicht der Typ für eine Grossleinwand. Ihr Mann habe ihr dann aber «den nötigen Schubs» gegeben. «Ich war trotzdem bei jedem Dreh sehr nervös», grinst sie. Doch das Überwinden habe sich gelohnt: Durch den Film gewann der Laden viel Aufmerksamkeit und «das Thema Fairer Handel und Nachhaltigkeit war im Gespräch, das hat mich sehr gefreut», so sagt sie. Sie habe damals viele interessante Leute und Projekte kennengelernt, sei aber froh, sich mittlerweile wieder auf ihren Hof und Laden konzentrieren zu können. So hat sie im Laden zum Beispiel gerade eine Station eingeführt, bei der man unverpackt einkaufen kann.

Claudia’s Bioladen biete ihr und anderen eine Möglichkeit, nachhaltiger zu leben. Und das fange immer im Alltag an: «Schau wo du einkauft, wie du kochst, was du isst», sagt sie, «jeder kann bei sich selbst heute anfangen.» 

Claudia 2

Öffnungszeiten und weitere Infos: www.biohof-kuettigkofen.ch/bioladen