Aktuelle Nummer 08 | 2021
11. April 2021 bis 24. April 2021

Focus

Hoffnung für den Libanon

Das Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» unterstützt Christinnen und Christen im Libanon (Flyer in der Heftmitte). Tobias Lehner sprach mit Pfarrer Jad Chlouk, Beirut.

Die Explosion im Hafen hat das Leben in Beirut verändert. Wie ist die aktuelle Stimmung?
Wir sind immer noch geschockt von dem, was im August passiert ist. Die Erinnerungen an diesen schlimmen Tag kommen besonders dann zurück, wenn man die zerstörten Häuser, Kirchen, Schulen oder Krankenhäuser sieht.

Besonders ein christliches Stadtviertel und auch Ihre Pfarrkirche, die maronitische Kathedrale St. Georg, wurden stark beschädigt. 
Die Sanierung der Kathedrale hat vor drei Monaten begonnen. Die Reparaturen des Daches, der beschädigten Fenster und Türen sind dank Spendengeldern in vollem Gange.

Nach der Katastrophe kündigten viele junge Leute an, den Libanon zu verlassen, weil sie für sich keine Zukunft sehen. Was bedeutet das?
Das wirkt sich leider negativ auf die christlichen Gemeinden aus. Sie verlieren eine Elite, besonders die Jugend, die eigentlich die Zukunft sein sollte. Die Zahl der Christen geht jeden Tag zurück. Das macht es noch schwieriger für diejenigen, die bleiben. 

Wie hilft die Kirche in Beirut aktuell den Menschen?
Vor allem hilft sie bei der Sanierung der Häuser, damit alle wieder einen Platz zum Leben haben. In den ärmeren Vierteln verteilen wir Lebensmittelpakete und betreiben Suppenküchen. Die Kirche bietet auch medizinische, psychologische und geistliche Hilfe an. 

Im Vertrauen auf unseren Glauben schauen wir trotz allem hoffnungsvoll in die Zukunft.

www.kirche-in-not.ch