Aktuelle Nummer 08 | 2021
11. April 2021 bis 24. April 2021

Jugend

Foodwaste – Was tun gegen Lebensmittelverschwendung?

von Diana Cultrera

Die Verschwendung von Lebensmitteln ist ein grosses Problem. In der Schweiz wird rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel weggeworfen. Wir stellen zwei Organisationen vor, die sich gegen Foodwaste einsetzen. 

Gemäss dem Bundesamt für Umwelt fallen heute 2,8 Millionen Tonnen vermeidbare Lebensmittelverluste über alle Stufen der Schweizer Lebensmittelkette an. Dies entspricht etwa 330 kg vermeidbarem Lebensmittelabfall pro Person und Jahr. Das Thema ist dringlich und wird immer stärker in der Öffentlichkeit diskutiert. Auch Papst Franziskus hat sich in seiner Enzyklika «Fratelli tutti» dazu geäussert: «Wir sind unsensibel geworden gegenüber jeder Form von Verschwendung, angefangen bei jener der Nahrungsmittel, die zu den verwerflichsten gehört.» Lebens­mittelverschwendung geht alle etwas an. Doch wie kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten? Im Kanton Solothurn gibt es unter anderem folgende Möglichkeiten, um Lebensmittel zu retten:

Too Good To Go
Too Good To Go ist die bekannteste App gegen Foodwaste. Das Prinzip ist einfach: Gibt man seinen Standort ein, erhält man eine Liste von Betrieben, die kurz vor Ladenschluss nicht verkaufte Lebensmittel in Form eines Überraschungspakets zu einem günstigeren Preis abgeben. Das Paket wird mit der App reserviert und zur vereinbarten Zeit abgeholt. Die User profitieren von einem breiten Angebot, denn bei Too Good To Go machen Bäckereien, Restaurants, Supermärkte und Tankstellenshops mit.

RestEssBar
Die Idee zur RestEssBar kommt ursprünglich aus Deutschland. Der Verein RestEssBar hat sich im Jahre 2014 formiert mit dem Bestreben, dasselbe in der Schweiz anzubieten: Ein öffentlich zugänglicher Kühlschrank mit Lebensmitteln, die nicht verkauft werden konnten, aber noch essbar sind. Im Kanton Solothurn gibt es bereits drei Standorte: Ein solcher Kühlschrank steht in Olten, Solothurn und seit Kurzem auch in Grenchen. Darin findet man noch geniessbares Gemüse, Früchte und Backwaren aus Lebensmittelläden und Restaurants in der Nähe. Diese werden vor Ladenschluss von Freiwilligen eingesammelt und zum Standort gebracht. Um Zugang zum Kühlschrank zu erhalten, muss man bei RestEssBar einen Zahlencode verlangen. Das Essen kann kostenlos bezogen werden. Die Kosten für Strom und Reparaturen werden mit Spenden finanziert.