Focus

«Stoppen Sie ­diesen Krieg!»

Artem Rybchenko ist Selenskyjs Mann in Bern. Im Gespräch mit kath.ch dankt er den Kirchen für ihre Hilfe, bittet um Medizin und Krankenwagen für die ­Ukraine – und erwartet schärfere ­Sanktionen gegen Russland.

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat Papst Franziskus gebeten, zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Warum?
Artem Rybchenko*: Alle Aufrufe zum Frieden sind wichtig. Nicht nur die aus der Politik, sondern auch aus anderen Bereichen wie der Religion. Gerade die Religion hat offene und weite Möglichkeiten, um zu vermitteln. Es ist wichtig, dass das so schnell wie möglich geschieht. Jeden Tag sterben Menschen. Jedes Gebet zählt – und jede Tat auf ­allen Ebenen.

Welche Botschaft haben Sie an den russischen Patriarchen Kyrill?
Rybchenko: Stoppen Sie diesen Krieg!

Wie schätzen Sie die Rolle der Schweizer Kirchen ein?
Rybchenko: Wir spüren in der Schweiz Unterstützung aus vielen Bereichen – von der Politik, der Gesellschaft, den Kirchen. Viele kirchliche Organisationen leisten humanitäre Hilfe. Sie geben den Menschen ein Zuhause und Lebensmittel. Wir werden auf verschiedenen Ebenen in Kontakt bleiben.

Was brauchen die Menschen in der Ukraine?
Rybchenko: Medizin und medizinische Technik, Krankenwagen und Lebens­mittel. Selbst ganz normale Lebensmittel sind rar geworden, weil die meisten Geschäfte in der Ukraine leergeräumt sind. Es gibt kaum noch Lieferungen. In Mariupol erleben wir eine humanitäre Katastrophe. Wir brauchen hier dringend humanitäre Korridore.

Raphael Rauch/kath.ch
* Artem Rybchenko ist Botschafter der Ukraine in Bern.