Jugend

«Kann unser Leben ein Volltreffer werden – auch in Krisenzeiten?»

von Anna Trittibach

Am 30. April 2022 fand das Scalabrini-Fest in Solothurn statt – das erste Mal nach der Coronapandemie. Das Fest war trotz des Regens ein voller Erfolg. Ungefähr 200 ­Personen aus über 20 verschiedenen Nationalitäten und Kulturen, darunter auch viele Einheimische, trafen sich in der Jesuitenkirche.

Nach herzlichen Begrüssungen und grosser Wiedersehensfreude begann der Impuls zur Frage «Kann unser Leben ein Volltreffer werden – auch in Krisenzeiten?» Agnese Varsalona regte mit ihren Gedanken zu dieser Frage viele Zuhörer zum Nachdenken an. Ihr Blick auf das Leben Jesu, welches trotz Schwierigkeiten und Misserfolgen ein «Volltreffer» war, inspirierte, aber auch ihre Suche nach der eigenen Identität als Seconda. 

Nach dem spannenden Input verteilte sich die Gruppe auf sechs Workshops. Die Gespräche wurden in die jeweiligen Fremdsprachen übersetzt, sodass alle inhaltlich folgen konnten. Rosa-Maria und Daniele Supino sprachen darüber, wie sie sich als Familie für andere einsetzen, denen es weniger gut geht. Béatrice Panaro erzählte von ihrer Suche nach der eigenen kulturellen Identität und wie sie ihre Berufung darin fand, ihr Leben mit Menschen zu teilen, die ihre Heimat verlassen mussten. In einem anderen Workshop wurde eine Online-Verbindung zu Scalabrini-­Missionarinnen in Vietnam hergestellt: Wie in einer ganz fremden Umgebung mit einer völlig anderen Sprache leben? Eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit Bischof Giovanni Battista Scala­brini, Patron der Migrierten und Geflüchteten. Die Kinder waren auch dabei. Sie hatten ein eigenes Programm unter dem Namen «mondo colori». Mit der Unterstützung von jungen Leuten aus dem Firmkurs in Solothurn knüpften sie Freundschaftsbänder für Kinder aus Fluchtländern oder malten Bilder für sie. Als die Geduld aufgebraucht war, gab es lustige Spiele. 

Um 17 Uhr wurden alle Workshops beendet. Wir trafen uns wieder in der Jesuitenkirche zur Eucharistiefeier unter der Leitung von Bischofsvikar Georges Schwickerath. Da sahen wir dann auch das Ergebnis der Gruppe von Teenagern. Sie hatten eine Überraschung vorbereitet, einen Flashmob. Alle kamen nach vorne und setzten sich auf die Altarstufen. Plötzlich wurden ihnen verschiedenfarbige Tücher zugeworfen. Danach haben sie alle zusammen die Tücher aufgespannt und es gab eine Regenbogen-Flagge mit der Aufschrift PEACE. Es war so schön!

Als der Gottesdienst zu Ende war, war das Fest leider auch schon vorbei. Es war ein sehr schöner Tag mit vielen grossartigen Momenten, Gedanken und Gesprächen.