Aktuelle Nummer 25 | 2022
04. Dezember 2022 bis 17. Dezember 2022

Jugend

Pilgern auf dem Weg zur Firmung

von Anna Trittibach 

Wir sechs Teilnehmende der Vorbereitungsgruppe für die Firmung 2023 entschieden uns, zusammen mit Christiane Lubos, Roy Jelahu und Lukas Hürlimann, auf dem Jakobsweg von Fischingen nach Einsiedeln zu pilgern. Wir fuhren mit dem Zug von Solothurn nach ­Sirnach und wanderten anschliessend noch eine Stunde zum Kloster Fischingen. Der zweite Tag führte uns von Fischingen nach ­Goldingen; der dritte Etappenort war ­Rapperswil, und am vierten Tage erreichten wir nach einer sehr anstrengen Wanderung über den Etzel unser Ziel: Einsiedeln.

Einerseits erlebten wir viele tolle Momente in unserer Gruppe. Wir hatten es lustig, und es gab auch abenteuerliche, interessante ­Programme wie den Besuch eines Seilparks oder eine Abfahrt mit dem Trottinett. Und wir spielten unzählige Runden «UNO» und «Werwolf». Andererseits stand unser Pilgerweg im Zeichen der Firmvorbereitung. Im Zentrum standen vier von den sieben Gaben des Heiligen Geistes: die Gaben der Erkenntnis, des ­Vertrauens, des Rates und des Dankes.

Zum Thema «Erkenntnis» suchten wir uns am zweiten Tag alle einen Stein. Wir sollten ­unsere Probleme und unsere Last symbolisch auf den Stein übertragen und ihn auf einem Abschnitt des Weges im Rucksack mittragen. Als wir dann nach ungefähr drei Stunden auf dem Hörnli angekommen waren, packten wir unseren Stein aus und warfen ihn weg. Das war ein gutes Gefühl: Wir verwandelten den Stolperstein in einen Baustein. Diese ­Erfahrung brachte uns besondere Erkenntnisse im Umgang mit uns selbst. 

Am dritten Tag beschäftigen wir uns mit den Gaben «Vertrauen» und «Rat». Unser Vertrauen wurde auf die Probe gestellt: Wir ­wanderten in Zweiergruppen, und immer ­einer zog eine Augenbinde an. Der «Blinde» fand seinen Weg nur dank den Anweisungen des Partners. Er war aufgefordert, seinem «Rat» zu vertrauen. Das war eine sehr ­spannende Erfahrung. 

Am vierten Tag begleitete uns das Thema «Danken». Als wir in Rapperswil über die grosse Holzbrücke über den Zürchersee nach Pfäffikon gingen, bekamen wir alle ein Stück Seil und mussten für alles, wofür wir dankbar sind, einen Knoten binden. Ausserdem sollten wir auch einen Knoten für alle machen, die ­unsere guten Gedanken brauchen. Und dieses Seil legten wir am fünften und letzten Tag in der Gnadenkapelle des Klosters Einsiedeln vor die Schwarze Madonna. 

Nach 115 627 Schritten, ungefähr 80 Kilometern, fünf Tagen, vielen Blasen und Schmerzen, aber dafür unzähligen schönen Momenten ­kamen wir am 16. Oktober schliesslich wieder am Solothurner Hauptbahnhof an und mussten uns voneinander verabschieden. Vielen Dank für die vielen tollen und unvergesslichen Erlebnisse!