Aktuelle Nummer 25 | 2022
04. Dezember 2022 bis 17. Dezember 2022

Focus

Wir müssen die ­Menschen ­empfangen

Im Februar 2023 reisen Sie nach Prag zum europäischen Synoden-Treffen. Wen werden Sie mitnehmen?
Bischof Felix Gmür: Ich nehme drei Personen mit, die wir zusammen bestimmt haben. Aber das ist noch nicht öffentlich, wir wollen das zusammen kommunizieren. Das ist ja letztlich auch die Wahl der Bischofskonferenz und der Begleitgruppe, die nach dem nationalen synodalen Treffen in Einsiedeln entstanden ist. Wir müssen Frauen, Männer und alle drei Landesteile sowie jüngere und ältere Personen berücksichtigen. Das ist ein bisschen schwierig, weil nur drei Personen mitkommen können. Aber es ist eine super Gruppe. 

Sie waren kürzlich in Rom. Welchen Impuls haben Sie mitgenommen?
Gmür: Den Impuls, dass wir die Menschen, die in einem neuen Land, in einer neuen Pfarrei ankommen, also Migrantinnen und Migranten, nehmen, wie sie sind. Und wir probieren, mit ihnen in der Kirche vor allem das Leben zu teilen – wir also versuchen, sie zu integrieren und sie nicht auszuschliessen. 

Sie haben sich in Rom auch mit Menschen aus der Schweiz getroffen, die zur Heiligsprechung angereist waren. Was sagen Sie zum Wirken von ­Giovanni Battista Scalabrini?
Gmür: Er hat erkannt, dass die Welt global wird, wie man heute sagen würde. Die Menschen wandern aus, kommen an einen Ort und kennen niemanden. Wir müssen da als Kirche da sein und die Menschen empfangen. «Wir sind in vielem gut – können uns aber auch noch verbessern»: Das ist der Impuls, den ich hier mitgenommen habe. 

Nach der Heiligsprechungsmesse habe ich ausserdem die Scalabrini-Missionarinnen der Schweiz getroffen, die mit vielen Pilgerinnen und Pilgern gekommen sind – aus aller Herren Länder. Das war auch schön. 

Das Interview wurde von Beate Laurenti geführt und kann ­unter kath.ch im ­Volltext nachgelesen werden.