Jugend

Diese Freude bei den Kindern ­mitzuerleben, bedeutet mir sehr viel

von Julia Gurtner 

Chiara Rimoldi ist 18 Jahre alt, wohnt in Solothurn und wird im Sommer ihre Matura absolvieren. In ihrer Freizeit spielt Chiara gerne Klavier und seit vielen Jahren kickt sie auch bei den Frauen des Teams Stadt Solothurn mit. Seit dem Sommer 2025 engagiert sich Chiara ehrenamtlich im Projekt «Dreamteam». Dabei unterstützt sie als Mentorin ein Primarschulkind, das sich in herausfordernden Lebensumständen befindet und von einer zusätzlichen Bezugsperson profitieren kann. Zweimal im Monat verbringen sie gemeinsam Zeit bei verschiedenen Aktivitäten. Im Interview erzählt uns Chiara von ihren Erfahrungen.

Chiara, was hat dich dazu ­bewogen, bei «Dreamteam» ­mitzumachen? 
Das Projekt ist Teil des Freifachangebots der Kantonsschule Solothurn. Eine Freundin von mir wurde darauf aufmerksam und hat sofort mein Interesse geweckt. Da ich mich schon immer gerne mit Kindern befasst und mit ihnen gespielt habe, wurde für mich schnell klar, dass ich ein Teil dieses Projektes sein möchte. 

Was gefällt dir als Mentorin besonders gut?
Diese Freude bei den Kindern mitzuerleben, bedeutet mir sehr viel, denn es ist ein wunderschönes Gefühl, zu sehen, wie sie sich für die verschiedensten Aktivitäten begeistern. Zum Beispiel, wenn sie zum ersten Mal einen Schneemann bauen, auf die Eisbahn gehen oder in der Weihnachtszeit ein «Säckli» vom Samichlaus erhalten.

Welche Herausforderungen bringt die Rolle als Mentorin mit sich? 
Herausfordernd ist, zu verstehen, wie viel Unterstützung das Kind braucht und wie viel es schon selbst kann. Zudem ist es manchmal nicht ganz einfach, diese Aufgabe stressfrei in den Alltag einzubauen, doch das Positive überwiegt auf jeden Fall. 

Was glaubst du, bewirkt das «Dreamteam» für die ­Teilnehmenden? 
Ich denke, für das Kind ist es wichtig, im Mittelpunkt zu sein, eine Vertrauensperson zu haben, die ihm Zeit widmet und eine Chancenungleichheit zumindest teilweise zu korrigieren versucht.

Würdest du anderen empfehlen, eine ­ähnliche Erfahrung zu ­machen? Warum?
Ja, dieser ehrenamtliche Einsatz ist eine Win-win-Situation für beide beteiligten Seiten. Mich hat es mit innerer Zufriedenheit erfüllt. Ich bin mir bewusster geworden, dass ich sozial privilegiert bin, und habe gelernt, mich besser zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen. Ich kann es nur weiterempfehlen!