Jugend

Heilige Verena

von Flavia Graf

Wir alle kennen die Verenaschlucht mit ihrer beeindruckenden Natur. Die Einsiedelei in Solothurn ist ein beliebtes Ausflugsziel, und das nicht ohne Grund. Der Verenabach und die eindrücklichen Felsen auf beiden Seiten des Spazierweges lassen die Stimmung idyllisch wirken. Doch die meisten kennen die Geschichte der Verenaschlucht, respektive der heiligen Verena nicht …

Verena lebte im 3. Jahrhundert und gehört – wie Urs und Viktor – zu den drei Heiligen in Solothurn. Verena kam ursprünglich aus Ägypten. Dort verlobte sie sich mit Viktor, einem Soldaten, und verliess gemeinsam mit ihm und der Legion ihre Heimat. Sie reisten in Richtung Norden bis ins Wallis. Dort wurden sie aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Viktor und Urs flüchteten und wurden in Solothurn festgenommen. Kurze Zeit später folgte Verena, doch als sie in der Stadt an der Aare ankam, erfuhr sie, dass ihr Verlobter und Urs bereits hingerichtet worden waren. Sie zog sich in eine Schlucht, etwas ausserhalb von Solothurn, zurück. Ab und zu ging sie in die Stadt und half dort den Kranken und den Verstossenen. Immer mehr Menschen suchten Hilfe bei ihr und kamen in die Schlucht, um geheilt zu werden. Nicht nur bei physischen Beschwerden half sie, Verena hatte auch immer ein offenes Ohr. Als der römische Statthalter vernahm, dass eine Christin sich in der Einsiedelei versteckte, liess er sie festsetzen. Doch er wurde krank und Verena heilte ihn. Da­raufhin liess er sie gehen. Eines Tages kam ein gewaltiges Unwetter, welches den Verena­bach steigen und zu einem reissenden Fluss wachsen liess. Verena konnte sich nur knapp retten. Dann wurde es ihr als Christin zu gefährlich in Solothurn und sie verliess ihre Höhle, um der Aare entlang weiterzuziehen. Die Legende besagt, dass sie auf einem Mühlstein wie auf einem Boot weiter bis nach Zurzach schwamm, wo sie ebenfalls als Heilerin wirkte. Verena starb in Zurzach und wurde auch da begraben.

verena schlucht

Yvonne Bieri-Häberling