Jugend

«Gott bedeutet für mich Hoffnung»

Julia Friker

Samuella Reïna ist 16 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Burundi und wohnt mit ihren Eltern und ihren drei Brüdern in Schönenwerd. Sie besucht aktuell die 8. Klasse und möchte später Ärztin werden. Sie ministriert nun seit einem Jahr in Schönenwerd. Jeden Sonntag besucht sie mit ihrer Familie den Gottesdienst. Ebenfalls besucht sie regelmässig die Jugendlobpreisgottesdienste in Solothurn. Diese werden unter dem Namen «­Adoray» geführt, was so viel wie «Adore» (­verehren) und «pray» (beten) heisst.

Samuella, wieso seid ihr damals aus Burundi in die Schweiz ­gekommen?
Wir haben Burundi verlassen, weil die Imbonerakure-Miliz (von der Regierungspartei) häufig kam, um meine Eltern zu terrorisieren. Sie sagten, sie würden uns alle töten. Aufgrund mehrerer Morddrohungen gegen meine Familie sind wir geflohen. 

Hast du bereits neue Kontakte in der Schweiz knüpfen können?
In der Schule, bei Adoray und bei den Ministranten habe ich schon viele Freunde gefunden. Meine Freunde aus Burundi, einige von ihnen haben das Land ebenfalls aufgrund ethnischer Konflikte verlassen müssen, sehe ich manchmal in sozialen Netzwerken. 

Was bedeutet dir dein Glaube?
Gott bedeutet für mich Hoffnung. Der Herr hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. In Burundi lernen die Kinder bereits in jungen Jahren, in sogenannten Glaubenscamps, von den Nonnen, wer Jesus Christus ist und wie er gelebt hat. In Burundi ministrieren die Jungs und die Mädchen und singen im Chor. Das war eine tolle Zeit! 

In der Schweiz ist es anders als in Burundi, da sind es die älteren Menschen, die zur Messe gehen. In unserer Familie haben wir den Brauch, nach dem Aufwachen, vor und nach dem Essen und auch vor dem Schlafengehen zu beten. Am Sonntag sollten wir zur Messe gehen, um Gott zu danken, dass er uns die ganze Woche beschützt hat, und um ihm die neue Woche anzuvertrauen, die vor uns liegt.

Was sind deine Wünsche für die Zukunft?
Ich glaube und hoffe, dass Gott unsere Gebete erhört, dass wir in der Schweiz aufgenommen werden und wir wie die anderen Kinder hier in Frieden leben können.  

Gab es ein Ereignis, welches dir die Anwesenheit Gottes gezeigt hat?
Über ein Jahr lang verbrachten wir in Erstaufnahmeeinrichtungen und Asylbewerberheimen und lernten dabei die deutsche Sprache. Wir beteten regelmässig darum, dass wir Geschwister eine reguläre Schule besuchen dürfen. Nach einem Jahr und drei Monaten in der Schweiz war es endlich so weit. Wir konnten eine reguläre Schule besuchen – Gott hat unsere Gebete erhört.