Aktuelle Nummer 25 | 2025
30. November 2025 bis 13. Dezember 2025

Jugend

«Das Ministrieren soll Freude machen, Gemeinschaft schaffen und verbinden.»

von Julia Gurtner

Die 18-jährige Joana Stäbler befindet sich derzeit im letzten Ausbildungsjahr zur Fachfrau Gesundheit und arbeitet bei der Spitex. Seit drei Jahren leitet sie gemeinsam mit einem Freund die Ministrantenschar in Dulliken. Kürzlich hat sie auch mit dem Lektorendienst begonnen.

Joana, wie bist du dazu gekommen, Leiterin zu werden?
Mein Vater und Bruder haben früher auch schon ministriert. Was ich von ihnen gesehen und gehört habe, fand ich schon immer sehr toll. Für mich war schnell klar: Das möchte ich auch machen. Dann, vor etwa drei Jahren, wechselte unsere damalige Leiterin den Pastoralraum, und es brauchte jemand Neues für die Leitung. Ich war mit meinen 15 Jahren eine der Ältesten in der Gruppe, deswegen hat es mich überrascht, als sie mich fragte, ob ich die Leitung übernehmen wolle. Immerhin war sie eine Erwachsene und ich noch eine Jugendliche. Trotzdem habe ich die Chance genutzt und zusammen mit einem guten Freund die Leitung übernommen.  

Wieso engagierst du dich als Minileiterin? 
Ich denke, ein wichtiger Grund ist, dass ich früher als junge Ministrantin immer zu unseren Leitern aufgeschaut habe. Heute selbst ein Vorbild für die Minis zu sein, bedeutet mir sehr viel. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Moment, als einer der Ministranten zu mir sagte: «Ich hoffe, ich kann später auch mal so ein Leiter sein wie du.» Das hat mich wirklich berührt und war für mich eine schöne Bestätigung, dass ich meine Aufgabe als Leiterin gar nicht so schlecht mache. 

Welche Veränderungen oder Entwicklungen würdest du dir für die Ministrantenarbeit wünschen?
Ich würde mir wünschen, dass das Minis­trieren wieder populärer wird. Natürlich verstehe ich, dass viele Kinder und Jugendliche heute ihre Hobbys haben und nicht immer Zeit fürs Ministrieren finden. Deshalb ist es mir wichtig zu betonen: Bei uns wird niemand unter Druck gesetzt. Es wird nicht erwartet, dass man immer da ist. Auch wenn man nur mal für eine Stunde an einem Samstag Zeit hat, ist das völlig in Ordnung. Schliesslich soll Ministrieren Freude machen, Gemeinschaft schaffen und verbinden. 

Welches ist dein Verhältnis zum Glauben?
Mittlerweile habe ich eine starke Verbindung zum Glauben aufgebaut. Besonders durch meine eigene Jugendzeit und die He­rausforderungen, die damit verbunden waren, habe ich meinen persönlichen Weg zu Gott gefunden. Dies sehe ich beispielsweise darin, dass ich nicht wie früher als Kind nur bete, wenn es mir schlecht geht, sondern auch, wenn es mir gut geht. Ausserdem möchte ich auch in Zukunft aktiv in der Kirche bleiben, vielleicht sogar einmal beruflich.