Edgar Beltrán, The Pillar
Papst Leo XIV während einer Audienz mit den Medien am 12. Mai 2025
Kirche und Welt
Leo XIV. ist noch eine Blackbox
Die Kardinäle im Konklave hätten nicht besser wählen können, als sie am 8. Mai Kardinal Robert Francis Prevost zum Papst kürten. Davon ist der Augsburger Kirchenhistoriker Jörg Ernesti fest überzeugt. «Blickt man darauf, welche Fähigkeiten und Erfahrungen er mitbringt, muss man sagen, dass er eigentlich die ideale Wahl war», urteilt Ernesti. «Als langjähriger Missionar hat er das zentrale Anliegen seit dem Pontifikat Pauls VI. auf dem Schirm und steht für die Neuevangelisierung. Er ist Kirchenrechtler und kennt die Kurie von innen.» Ernesti bewertet auch die öffentlichen Auftritte von Leo XIV. als sehr reflektiert und durchdacht, ohne dass das Spontane, Zufällige und Menschliche zu kurz kämen. Die grosse Beliebtheit des Papstes erklärt sich Jörg Ernesti auch dadurch, dass dieser bis jetzt noch niemanden vor den Kopf gestossen habe. Papst Leo XIV. sei noch für viele eine Projektionsfläche – sowohl für den Kardinal von Boston wie für das Präsidium des Synodalen Weges in Deutschland. Der Papst sei eine Art Blackbox. «Man weiss jetzt noch nicht so recht einzuschätzen, was drinsteckt und was herauskommt.» kath.ch