Jugend

«Mir liegt viel daran, künftigen Generationen eine Welt zu hinterlassen, in der ein gutes Leben überhaupt noch möglich ist.»

von Julia Gurtner 

Matti Biberstein ist 16 Jahre alt, besucht das 3. Gymnasium an der Kantonsschule Solothurn und lebt in Luterbach. In seiner Freizeit klettert er gerne und engagiert sich als Leiter in der Pfadi Solothurn. Darüber hinaus setzt sich Matti aktiv für den Klimaschutz ein und ist Teil der Gruppe, welche den Klimastreik Solothurn wiederbelebt hat. Die Bewegung, deren letzte Demonstration im Februar stattfand, engagiert sich insbesondere gegen den Ausbau von Autobahnen.

Matti, wie bist du dazu gekommen, den Klimastreik Solothurn wiederzubeleben? 
Ich würde sagen, ich war schon immer politisch interessiert, das habe ich auch von meiner Familie mitbekommen, in der viel über Politik gesprochen wird. Schon früh begann ich, mich mit dem Klimaschutz auseinanderzusetzen. Zu meinem 15. Geburtstag wünschte ich mir eine JUSO-Mitgliedschaft. So kam ich in Kontakt mit anderen jungen politisch engagierten Menschen. Bei einer JUSO-Versammlung gab es dann einen Input von Anna, einer jungen Frau, die sich gegen den Ausbau der A1 einsetzt. Ich besuchte daraufhin die von ihr beworbene Infoveranstaltung, wodurch die Wiederbelebung der Klimastreik-Bewegung Solothurn entstand.

Gibt es andere politische Themen, die dir wichtig sind oder für die du dich einsetzt?  
Ja, mir ist es sehr wichtig, dass alle Menschen gleichbehandelt werden, unabhängig davon, woher sie kommen, wie sie aussehen oder welche sexuelle Orientierung sie haben. Und um noch einmal auf den Klimaschutz zurückzukommen: Mir liegt viel daran, künftigen Generationen eine Welt zu hinterlassen, in der ein gutes Leben überhaupt noch möglich ist. 

Gibt es etwas, was dich besonders nervt am Verhalten der Politik oder Gesellschaft beim Thema Klimaschutz? 
Ja, etwas, was mich besonders stört, ist, dass viele Menschen denken, kleine Schritte würden ausreichen. Zum Beispiel glauben manche, dass sie mit dem richtigen Entsorgen von Plastikflaschen genug fürs Klima tun und sehen dann kein Problem darin, trotzdem in die Ferien zu fliegen. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass Klimakrise nicht nur eine Frage des persönlichen Verhaltens ist, sondern vor allem auch ein Problem des ganzen Verkehrssystems. Ich finde, die Verantwortung darf nicht nur auf Einzelpersonen abgewälzt werden, sondern es braucht systemische Veränderungen, um die Klimakrise aufzuhalten.