Aktuelle Nummer 25 | 2025
30. November 2025 bis 13. Dezember 2025

Jugend

Rap trifft Glauben

von Alina Nussbaumer 

Fabienne Richter aus Balsthal ist 18 Jahre alt und besucht die Kanti Solothurn mit dem Schwerpunkt in Wirtschaft und Recht. Doch das Thema ihrer Maturaarbeit unterscheidet sich voll und ganz von ihrem Schwerpunkt: Unter dem Titel «Phänomen Gospelrap» untersucht Fabienne, inwiefern Gospelrap ein christliches Fundament hat oder ob es nur eine Trend­erscheinung ist. Ich habe sie zum Interview getroffen. 

Fabienne, kannst du kurz beschreiben, worum es in deiner Maturaarbeit genau geht? 
Gospelrapper nutzen Musik, um ihren Glauben zu teilen. In meiner Arbeit habe ich untersucht, wie stark Gospelrap christlich fundiert ist und ob es sich nur um einen Trend oder um ein Musikgenre mit langfristigem Potenzial handelt. Dabei hat sich gezeigt, dass Gospelrap weit mehr als eine kurzlebige Erscheinung ist. Die Szene wächst spürbar, die Hörerzahlen steigen und spiegeln sich auch in höheren Chartplatzierungen wider. 

Warum hast du genau dieses Thema für deine Maturaarbeit gewählt? 
Gospelrap ist meine bevorzugte Musikrichtung. Ich mag die aufbauenden, ermutigenden und hoffnungsvollen Texte, die einen positiven Einfluss haben können. Wenn ich Musik höre, dann fast immer Gospelrap. Im Religionsunterricht hielt ich eine Präsentation über dieses Genre – und schon während der Vorbereitung wusste ich, dass genau das mein Thema für die Maturaarbeit sein würde. Ich habe richtig Feuer dafür gefangen. 

Wodurch zeichnet sich ­christlicher Rap aus? 
Während es im normalen Rap häufig um Drogen, Gewalt, Sexualisierung oder materiellen Reichtum geht, bildet Gospelrap einen deutlichen Kontrast: Er vermittelt Hoffnung, inneren Frieden und zeigt, wie der Glaube das Leben verändern kann. Ein Beispiel ist Niels Petersen: Früher Drogendealer, kam er im Gefängnis in Kolumbien mit Gott in Berührung. Diese Erfahrung führte zu einer kompletten Wende. Heute macht er selbst Gospelrap, predigt in Gefängnissen und setzt sich für die Resozialisierung ehemaliger Straftäter ein.
 

Wie hat deine Begleitlehrperson auf dein Thema reagiert – eher überrascht oder begeistert? 
Da ich bereits zuvor über dieses Thema referiert hatte, war meine Begleitlehrperson wohl nicht sehr überrascht. Er kannte das Genre zwar kaum, zeigte sich aber interessiert und offen.

Kann Rap wirklich Glauben ­vermitteln?
Ja, definitiv. Rap eignet sich hervorragend, um religiöse Botschaften zu vermitteln, da sich in kurzer Zeit viel Text überbringen lässt. Es geht dabei jedoch nicht ums Missionieren. In einem Interview mit einem Gospelrapper sagte dieser zu mir, ihr Ziel sei nicht, Menschen zu bekehren, sondern ehrlich über ihren Glauben an Jesus zu sprechen. 
 

Danke, Fabienne, für deine Zeit, und viel ­Erfolg für deine mündliche Präsentation im Januar 2026!