Jugend
«Der Abend hat mir gezeigt, wie ungleich unser verfügbares Essen auf der Welt verteilt ist.»
Julia Friker
Mary’s Meals ist eine weltweite Bewegung, die von der Vision getragen wird, dass jedes Kind eine tägliche Mahlzeit an seinem Bildungsort erhält. Dafür sollen alle, die mehr haben, als sie brauchen, mit denen teilen, denen das Nötigste zum Leben fehlt. Nun bietet diese Organisation in der Schweiz ein sogenanntes «Risky Dinner» an, an dem Magdalena Meier aus Kriegstetten teilnahm. Magdalena ist 21 Jahre alt und besucht aktuell die Passerelle mit dem Wunsch, Psychomotoriktherapie zu studieren. Ebenfalls kann sie sich eine Weiterbildung als Lektorin, Katechetin oder Sakristanin in ihrer Pfarrei vorstellen. Sie engagiert sich in der Ministrantenschar in Kriegstetten und ist im Kernteam des Adoray Solothurns. Sie ist katholisch aufgewachsen und lebt ihren Glauben aktiv. Der Glaube prägt sie im Alltag und schenkt ihr Hoffnung in schwierigen Zeiten.
Ich wollte von ihr mehr über dieses aussergewöhnliche Abendessen erfahren.
Magdalena, wie können wir uns so ein «Risky Dinner» vorstellen?
Bei dem Anlass bezahlt man zu Beginn CHF 25.–. Im Anschluss erhält man ein Los, bei dem man einer Gesellschaftsschicht zugeteilt wird. Wenn man Glück hat und zu den «Reichen» zugeteilt wird, erhält man ein 5-Gänge-Menü mit verschiedenen Weinen, wenn man Pech hat und bei den «Armen» landet, muss man sich mit einer einfachen Schale Reis begnügen. Es ist eine seltsame Erfahrung, die Ungerechtigkeit nachzuempfinden, wie die Reichen essen und man nur zuschauen kann. Und obwohl der Abend mit einem Dessertbuffet abschliesst, bei welchem alle Gäste zugreifen können, bleibt das Gefühl der Ungerechtigkeit zurück, weil man weiss: Im wirklichen Leben können die Armen nicht auf das Dessertbuffet hoffen.
Wie war deine Erfahrung beim «Risky Dinner» von Mary’s Meals?
Der Abend hat in mir auch das Gefühl von Dankbarkeit und Freude für unser tägliches, abwechslungsreiches Essen gestärkt und mir gezeigt, wie ungleich unser verfügbares Essen auf der Welt verteilt ist. Um der Ungleichverteilung entgegenzuwirken und hungernden Kindern eine tägliche, warme Mahlzeit zu ermöglichen, ist eine Spende an Mary’s Meals auf jeden Fall zu empfehlen.
Warum würdest du den Anlass weiterempfehlen?
Für einen guten Zweck kann man eine tolle Zeit erleben. Man wird belehrt mit spannenden Beiträgen und geht mit Dankbarkeit und Wertschätzung für unser tägliches Essen nach Hause. Der Abend bietet viel Stoff zur Selbstreflexion, auch über das eigene Konsumverhalten.
Danke, Magdalena, für deine Erzählungen.