Aktuelle Nummer 23 | 2019
10. November 2019 bis 23. November 2019

Schwerpunkt

JuBla und Pfadi Sommerlager

Die Klamotten der Kinder und Jugendlichen sind seit den Pfingstlagern kaum trocken. Schon beginnen in vielen Jugendorganisationen die Vorbereitungen auf die Sommerlager. Der Wert dieser Lager kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Kinder machen wichtige Erfahrungen in der Selbstständigkeit ausserhalb der Familie und im sozialen Miteinander. Jugendliche üben sich in Organisationsfähigkeit und Verantwortungsübernahme ein. 

Jungwacht Blauring und die Pfadi sind die grössten Jugendorganisationen im Kanton Solothurn. Sie haben zusammen in den 1980er-Jahren die Arbeitsgemeinschaft Solothurner Jugendverbände (ASJV) gegründet und beteiligen sich mit weiteren Jugendeinrichtungen an gesellschaftlichen und jugendpolitischen Themen und Projekten unseres Kantons. Ihr Kerngeschäft ist jedoch die Freizeitarbeit, oftmals in Zusammenarbeit mit «Jugend + Sport» und den örtlichen Pfarreien. 

Organisiert in 28 Scharen machen rund 1500 Heranwachsende bei Jungwacht Blauring mit. In der Pfadi sind 25 lokale Abteilungen mit insgesamt rund 1250 Mitgliedern organisiert. Unabhängig von ihrer Herkunft erleben Kinder und Jugendliche bei Anlässen als Gruppe, Schar oder Abteilung sowie in Lagern Freizeitspass und Lebensschule zugleich. Kuno Schmid

www.pfadi.org 
www.jubla-so.ch
www.asjv.ch 

 

 

LISA THOMANN
Pfade Gerlafingen-Biberist

Die Kantonsschülerin Lisa Thomann aus Obergerlafingen engagiert sich bereits seit zehn Jahren bei der Pfadi Gerlafingen-Biberist. Ihr Name in der Pfadi lautet «Peetry». 2016 erfolgte mit einem grossen Fest die Zusammenlegung der beiden Pfadiabteilungen Gerlafingen (gegründet 1927) und Biberist Lohn-Ammannsegg (gegründet 1934). Die fusionierte Pfadiabteilung umfasst rund60 Kinder und Jugendliche. Die gemeinsame Krawatte übrigens, ein wichtiges Identifikationsmerkmal für Pfadfinder, setzt sich aus den Farben Rot und Violett mit gelber Umrandung zusammen – den Farben der vorherigen beiden Pfadiabteilungen. 

Warum bist du in der Pfadi? Die Pfadi ist seit Jahren in unserer Familie vertreten. Meine Eltern, meine Grosseltern, sie alle waren in der Pfadi. Für mich war es selbstverständlich, auch in die Pfadi zu gehen, als ich nach dem ersten mal begeistert war. An welches Pfadi-Erlebnis erinnerst du dich am liebsten? Zwei Erlebnisse, die ich nie vergessen werde, sind das Bula (Pfadi-Bundeslager) und meine Taufe. 

Was findest du als Leiterin toll? Als Leiterin lernt man Verantwortung und eine Vorbildfunktion zu übernehmen. Man kann Kindern eine Freude machen und ihnen eine tolle Zeit schenken. 

Was habt ihr bei der letzten Pfadi-Übung unternommen? Die letzte Aktivität war eine etwas spezielle. Wir haben zusammen mit der Pfadi St. Urs eine Übung geplant und durchgeführt. Spiele wie «British Bulldog» machten den Hauptteil aus. Aber auch das Kennenlernen von neuen Pfadis war wichtig. 

Reto Stampfli

 

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Jubla Balsthal

Was ganz klar ist: Die JuBla Balsthal ist die beste Schar der Welt! Der Scharleiter Christoph Dobler sagt auch gleich wieso: «Wir sind eben nicht nur einfach ein Verein oder eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen mit ähnlichen Interessen. Wir sind mehr wie eine kleine Familie, wo die Grösseren auf die Kleineren aufpassen und ihnen alles beibringen, was sie können müssen.» Die Wurzeln der Jungwacht und des Blaurings in Balsthal greifen tief. Beide Scharen sind gut 80 Jahre alt. Mittlerweile haben sie zu einer JuBla fusioniert. Die Schar besteht zurzeit aus etwa 40 Mädchen und Buben und zwölf Leiterinnen und Leitern. Die Aktivitäten der Schar sind vielseitig und abwechslungsreich. Fasnachtsumzug, Casinoabend, Ausflug in ein Erlebnisbad und vieles mehr steht auf dem Jahresprogramm. Für die meisten Buben und Mädchen sind das Zeltweekend über Pfingsten und das einwöchige Hauslager während der Sommerferien die Höhepunkte des Scharjahres. Für das diesjährige Lager geht die Reise nach Line­scio TI. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Viel Zeit und Mühe investieren das Leitungsteam und die älteren Kinder der Schar auch ins Palmbäume- und Palmsträusschenbinden. Am Palmsonntag werden diese dann jeweils stolz in der Kirche präsentiert. Wenn kein Scharanlass ansteht, treffen sich die gleichaltrigen Kinder in ihren Gruppen und verbringen den Samstagnachmittag bei Spiel und Spass gemeinsam mit ihren Leiterinnen und Leitern. 

Warum «opfert» ein Scharleiter so viele Stunden dafür, Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten? Christoph Dobler: «Ich zeige den Kindern einfach gerne die vielen Möglichkeiten zum Spielen in der Natur, denn ich habe das als Kind auch gerne gemacht. Und wenn ich im Dorf Eltern antreffe, habe ich nach einem kurzen Schwatz meistens das Gefühl, dass sie meine Arbeit schätzen.»

Daniel Poltera, Präses JuBla Balsthal

 

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Jubla Neuendorf

Eher «jung» ist die Neuendörfer JuBla. Vor 21 Jahren entwickelte sich die Schar aus dem damaligen Pfarreilager. 18 Leiterinnen und Leiter organisieren für etwa 40 bis 50 Kinder aus dem Dorf ein einwöchiges Hauslager. Heuer geht die Reise nach Jaun. Doch nicht nur das Sommerlager ist ein Highlight: Über Pfingsten machten die Neuendörfer zum zweiten Mal ein Zeltlager zusammen mit zwei andern Scharen; sechs Scharanlässe und monatliche Gruppenstunden in drei Altersstufen runden das Jahresprogramm ab.

Warum man in der JuBla Neuendorf mitmachen sollte? Scharleiter Matthias Haller meint: «Unsere Schar ist unkompliziert und familiär. Jeder kennt jeden. Es macht halt einfach Spass.» «Wir wollen die Kinder aus dem Alltag entführen. Weg vom Computer, dem Handy, der Schule – hinaus in die Natur!», doppelt Scharleiterkollegin Karin Bernhard nach. Neben traditionellen Scharanlässen, die jedes Jahr im Programm zu finden sind, setzen sie vermehrt auf neue Spiele, etwa eine Olympiade oder einen Postenlauf durchs Dorf. Die Schar ist auch an pfarreilichen Anlässen präsent, half z.  B. beim Spaghetti-Essen oder gestaltete den Palmsonntagsgottesdienst mit. Spürbar und ansteckend ist die Begeisterung und Freude der Leitenden an ihrer Aufgabe. Doch die Arbeit als Schar-, Lager- und GruppenleiterIn ist herausfordernd. Um dafür gewappnet zu sein, aber auch um sich über die Dorfgrenze hinaus mit anderen zu vernetzen, besuchen die Leitenden Ausbildungskurse von «Jugend und Sport». Schön, dass junge Menschen ihre Freizeit für so wichtige Aufgaben einsetzen!

Monika Poltera-von Arb, Präses JuBla Neuendorf