Aktuelle Nummer 23 | 2019
10. November 2019 bis 23. November 2019

Jugend

Religionstag der Kantonsschule Solothurn

Muslimische Gastfreundschaft, hinduistische Bewegungsmeditation, christliches Klosterleben – so etwas lässt sich im Klassenzimmer kaum erleben. Der freiwillige Religionstag will Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule Solothurn eine echte Begegnung mit Religionen ermöglichen. 

Erste Station ist das Kloster Visitation. Schwester Siji zeigt uns das Kloster, den riesigen, schönen Garten und auch die eindrückliche Friedhofskapelle. Im Fussboden sind die Gräber der Nonnen eingelassen und beim Altar sind Totenschädel aus aufgehobenen Gräbern aufbewahrt. Die jungen indischen Schwestern sind nach Solothurn gekommen, damit das Kloster Visitation durch ihr Gebet und ihre Arbeit weiterbestehen kann. 

Dem Hinduismus begegnen wir beim Yoga im Touringhaus. Yoga ist eine Möglichkeit, das Einssein mit dem Brahman (der «Weltseele») zu erfahren. Ursula Naef, Yogalehrerin, leitet uns zu einigen Hatha Yogaübungen an. Die einen sind ziemlich anstrengend, andere so entspannend, dass einzelne danach aufgeweckt werden müssen.

Den Abschluss bildet die Moschee beim Hauptbahnhof. Herr Dikbas erklärt uns den Sinn des Mihrab (Gebetsnische) und des ebenfalls nach Mekka ausgerichteten Gebetsteppichs sowie der Minbar, einer Art Kanzel. Spannend war seine Sicht des Islams als eine Religion ohne Zwang und mit Hochachtung für die Würde der Einzelnen. Eindrücklich war auch die gesungene Rezitation des Imams aus dem Koran und die super Gastfreundschaft. 

Stephan Kaisser, Religionslehrer und Schülerinnen und Schüler der 2. Gym der Kante Solothurn.

 

 

Einige Aussagen von Teilnehmenden:

Majuri:
Ich habe mich angemeldet, weil ich noch nie in einem Kloster und einer Moschee war. Das war auch total spannend, weil Schwester Siji und Herr Dikbas uns erzählt haben, wie sie ihren Glauben leben.

Mirco: 
Ich habe mich vor allem wegen des Yoga angemeldet, das wollte ich einfach mal ausprobieren. Es war dann alles spannend.

Jasmin:
Mir hat am besten die Herzlichkeit gefallen, mit der wir überall begrüsst wurden. Alle waren begeistert vom Eigenen und trotzdem offen gegenüber Anderem. Der Tag hat Spass gemacht.

Jan:
Ich war überrascht über all das, was sich hinter den Klostermauern verbirgt. Sogar ein Friedhof innerhalb einer Kapelle, in dem alle Schwestern seit Beginn des Klosters 
begraben wurden.

Serge und Stefan:
Der Besuch in der Moschee war sehr spannend vor allem die Erklärung von Herrn Dikbas zum Islam. Er war so überzeugt, dass der Islam zu einer besseren und friedlicheren Welt beitragen kann. Das kam so sympathisch rüber – der Imbiss übrigens auch.

Alejandro:
Es war ein spannender Tag, besser als der Unterricht, weil nicht ein Lehrer etwas über eine Religion erzählt, sondern Menschen direkt erzählen, was ihnen ihre Religion oder ihre Rituale bedeuten.

Arathi:
Der Einblick in die verschiedenen Kulturen war für mich eindrücklich. Hatha Yoga habe ich zum ersten Mal gemacht.