Aktuelle Nummer 23 | 2019
10. November 2019 bis 23. November 2019

Jugend

Die Roratemesse bringt Advents- und Weihnachtsstimmung

von Daniele Supino

An den ersten drei Mittwochen im Advent, früh am Morgen – draussen ist es noch ganz dunkel und eisig kalt – versammeln sich viele Christen in der Kirche. Auf elektrisches Licht wird verzichtet, nur das Flackern der Kerzen erhellt den Raum und trägt zur besonderen Stimmung der Roratemesse bei.

Die Roratemesse hat ihren Namen vom Ruf des Eröffnungsverses «Rorate caeli desuper, et nubes pluant justum!», also «Ihr Himmel tauet den Gerechten, ihr Wolken regnet ihn herab!» Ursprünglich waren sie Gottesdienste zu Ehren der Gottesmutter Maria, die uns den Heiland geboren hat. Wie ein himmlisches Licht strahlt Jesus in die Dunkelheit unserer Herzen hinein und vertreibt die Finsternis aus dieser Welt. Deswegen finden die Roratemessen in der Morgenfrühe statt. Mit Stille, Meditation und den vielen brennenden Kerzen erwarten wir Christus. 

Die Roratemessen sind beliebt, gerade auch bei jungen Christen. Warum? Wir haben bei Thea Keune nachgefragt. Thea ist 16 Jahre alt, besucht die 3. Klasse des Gymnasiums in Solothurn und als Hobby läuft sie gerne und spielt Akkordeon.

 

Thea, du warst letzten Advent an der Roratemesse in der St.-Ursen-Kathedrale. Welche Erinnerung ist dir davon geblieben? 
Ich war letztes Jahr drei Mal an der Rorate! Ich musste mich zwar ein bisschen überwinden, aufzustehen und ins Dunkle hinauszugehen. Aber jedes Mal lohnte es sich: Die Ruhe während der Messe, das Kerzenlicht und die Musik sind sehr inspirierend und gewähren einen sanften Start in den Tag. Die Messe hat auch eine angenehme Länge. Für den anschliessenden Kaffee im Pfarrhaus habe ich immer Zeit gefunden.

Wirst du wieder hingehen?
Sicher! Denn die Roratemessen helfen mir, die Adventszeit bewusster zu leben. Vor lauter Schulstress fliegt die Adventszeit nämlich schon ein bisschen an einem vorbei. Als Familie versuchen wir, an den Adventssonntagen Gegensteuer zu geben. Wir versammeln uns alle, feiern Advent und freuen uns auf Weihnachten.

Welche Bedeutung hat für dich Weihnachten?
Weihnachten ist für mich nicht nur der Tag, an dem man sich Geschenke austauscht. An Weihnachten fühle ich mich dem Glauben näher. Ich gehe zur Weihnachtsmesse und geniesse den familiären Kontext: Maria, Josef und Jesuskind im Stall, das ist schon «härzig»! Im Übrigen hat die Weihnachtsmesse etwas von der Roratestimmung: die Dunkelheit, die Kerzen, die Ruhe. Nur dass man nicht mehr auf Jesus wartet – er ist schon da!

Es geht noch eine Weile, aber nimmst du dir einen Vorsatz fürs neue Jahr?
Ja, ich will mir mehr Zeit für mich nehmen und mir mehr Zeit lassen bei allen Sachen, die ich unternehme. Dazu will ich meine positive Einstellung zur Welt pflegen.