Aktuelle Nummer 23 | 2019
10. November 2019 bis 23. November 2019

Jugend

Drei Jugendliche vertreten die Schweiz in Rom

kath.ch

Im Herbst 2018 findet die Bischofssynode zum Thema «Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung» statt. Vor Ostern wird die Synode in Rom vorbereitet, nicht von Bischöfen, sondern von über 300 Jugendlichen aus der ganzen Welt. Die drei Jugendlichen aus der Schweiz wurden vom Vatikan eingeladen und geben Einblicke in ihre unterschiedlichen Einstellungen und Erwartungen. Mehr zur Vorsynode auf www.synod2018.va

 

Medea Sarbach 

stammt aus Baselland und studiert in Freiburg im dritten Jahr Theologie. Sie nahm an Weltjugendtagen teil und leistete einen Freiwilligen-Einsatz beim Hilfswerk «voyage-partage». Den Glauben an Gott hat sie von ihren Eltern mitbekommen. Sie findet es aber wichtig, nicht im Glauben der Kindheit verhaftet zu bleiben. «Der Zweifel ist im Leben eines Christen wichtig, wenn er weiterkommen und Jesus verstehen will», sagt sie. Sie ist froh, dass auch nicht-gläubige Jugendliche angehört werden, weil das die Kirche weiterbringt. Medea erhofft sich, dass sich die Bischöfe an der Synode im Oktober wirklich an den Ergebnissen der Jugendlichen orientieren werden, um die Jugendseelsorge zu beleben und der Welt Freude und Hoffnung zu schenken.

 

Sandro Bucher  

ist Social-Media-Manager und Journalist für das Wissensmagazin «Higgs». Der Luzerner ist zwar überzeugter Atheist, hat sich aber schon immer für Kirche und Religion interessiert. Es ist ihm wichtig, «den Blick von aussen» einzubringen, damit man nicht in eine Blase gerät, «in der sich alle nur noch gegenseitig zustimmen». Mit seinen gläubigen Gesprächspartnern ist er sich in vielen gesellschaftspolitischen Fragen einig. Es gibt aber auch Differenzen wie bei der Stellung der Frau oder der Abtreibungspolitik. Er bezweifelt, dass das Ergebnis der Vorsynode viel an der Haltung der Kirche ändern wird, hofft aber, dass die philosophischen und religiösen Denkanstösse die Kirche davor bewahren, zu einer Art Parallelwelt zu werden.

 

Jonas Feldmann 

aus Zug studiert Medizin und ist seit seiner Kindheit in der Kirche verankert. Er bezeichnet sich als kritischen Katholiken und gewisse Statements von Bischöfen stören ihn: «Teilweise fragte ich mich: Kann und will ich noch Mitglied einer Institution sein, die solche Dinge öffentlich verlauten lässt?» Schlussendlich ist er aber der Meinung, dass man aus einer Institution nicht gleich austreten sollte, wenn es eine Unstimmigkeit gibt. Stattdessen steht Jonas an der Vorsynode für eine Position ein, die der Kirche zwar kritisch gegenübersteht, aber sich als Teil von ihr versteht. Ihn stört die starke Polarisierung zwischen Frommen und Distanzierten und er hofft, dass auch die Bischofssynode die Kraft der liberalkritischen Mitte entdeckt.