Aktuelle Nummer 18 | 2018
19. August 2018 bis 01. September 2018

Schwerpunkt

Kantonales Pfingstlager

von Raffael Schreiber und Josephine Walter

Der Pfingstgeist führte für einmal Jungwacht Blauring des Kantons Solothurn weit über den christlichen Horizont hinaus in das Zeitalter der Griechen und in ihre Götterwelt. Bei den Muttenhöfen in Solothurn entstand über Pfingsten nicht nur ein grosses Zeltlager, sondern eine Erlebnislandschaft für Geschichten vom griechischen Götterberg Olymp bis zu den friedensstiftenden olympischen Spielen. Mit rund 450 Teilnehmenden führte Jungwacht Blauring Kanton Solothurn erfolgreich ein wundervolles, dreitägiges Pfingstlager durch. 

Eine Zeltstadt entsteht
13 Scharen (Ortsgruppen) aus dem Kanton nehmen an diesem dreitägigen Zeltlager Teil. Ein Lager in dieser Grösse wird zwar von langer Hand geplant, der Aufbau aber findet direkt vorher statt. So sind ab Mittwoch Mitglieder des Organisationskomitees auf dem Platz und unzählige freiwillige Helfende. Die Wiesen sind noch nass von Tau und Regen. Noch ahnt niemand, wie schön das kommende Pfingstwochenende sein wird. Gemeinsam wird zuerst ein grosses Sarasani, ein Aufenthaltszelt aus zusammengeknüpften Militärblachen aufgestellt. Dazu kommen ein Küchenzelt, die Materialzelte und ein Eingangstor mit einem Turm. Bei der grössten Baute auf dem Platz übernehmen Outdoor Solutions die Leitung. Outdoor Solutions ist eine Gruppe von ehemaligen Jungwächtern und anderen jungen Menschen voller Begeisterung und Begabung in Sachen Blachen­bauten. Aus 340 Blachen und einem Turm mit zwei Plattformen entsteht ein Zelt, in das die ganze Lagergemeinschaft passen wird.

Aus den Dörfern nach Solothurn
Diese Lagergemeinschaft reist am Samstagmorgen von ihren jeweiligen Dörfern bis nach Solothurn. Im Schlepptau haben sie alle eine verwirrte Gottheit. Der Göttervater Zeus hat nämlich die Scharen gerufen, sich auf dem solothurnischen Olymp zu versammeln und seine göttlichen Freunde und Freundinnen zu ihm zu bringen. Nachdem die rund 450 Teilnehmenden und Leitenden ihre Schlafzelte eingerichtet haben, können sie sich in Ateliers beschäftigen. Da werden mit Dionysos Hilfe Figuren aus Früchten geschnitzt, mit Apollo Pfeilbögen gespannt und Gedichte geschrieben oder mit Aphrodite Gesichter künstlerisch geschminkt. So helfen die Kinder und Jugendlichen den Gottheiten, sich wieder an ihre früheren Formen und Aufgaben zu erinnern. 

Die Gottheiten kehren zurück
Der alte Glanz der Gottheiten kehrt zurück. Doch die Lagerteilnehmenden müssen von Zeus erfahren, dass sein Vater Kronos die Unterweltler versammelt und einen Angriff auf den Olymp plant. Ein Gewitter macht die Bedrohung tatsächlich erfahrbar. Doch mit dem Bündnis zwischen Zeus und den Jublaner/-innen wird auch diese Herausforderung erfolgreich gemeistert werden können. So verbringen alle diesen regenreichen Abend beruhigt und siegessicher mit Feiern und Festen im grossen Zelt.

Prominente Besucherinnen und Besucher
Am Samstagnachmittag findet eine Art Netzwerktreffen auf dem Lagergelände statt. Der höchste Solothurner, Kantonsratspräsident Urs Ackermann, und Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus allen Fraktionen statten dem Pfingstlager einen Besuch ab und lassen sich die Infrastruktur und das Programm erklären. Ebenfalls dabei sind Vertreterinnen und Vertreter der Kirche, Mitglieder der Verbandsleitung von Jungwacht Blauring Schweiz, Delegationen aus anderen Kantonen und anderen Solothurner Jugendverbänden sowie zahlreiche Ehemalige. Die Mitglieder der Kantonsleitung von Jungwacht Blauring Kanton Solothurn benutzen die Gelegenheit, um über Arbeit, Struktur und Angebote der Jugend­organisation zu informieren.

Alle möchten auf den Turm
Patrick Meister, Leiter des Ressorts Infrastruktur, führt die Anwesenden anschliessend über den Platz und stellt die einzelnen Bauten vor. Für die meisten Teilnehmenden ist das Besteigen der 13 Meter hohen Plattform das grosse Highlight des Rundgangs. Die Freude ist der Gruppe förmlich ins Gesicht geschrieben, als sie von der Plattform noch einmal das ganze Gelände überblicken können. Der Rundgang findet sein Ende in einem der Festzelte, wo es mit einem gemütlichen Austausch inklusive Apéro weitergeht.

Ein Ehemaliger erzählt
Peter Kyburz erzählt hier etwas aus seiner langjähriges JuBla-Erfahrung. Heute ist er Mitglied des Solothurner Kantonsrats. Er freue sich jedes Mal, wenn er wieder an einem JuBla-Anlass teilnehmen kann. «Es fühlt sich an wie eine Rückkehr nach Hause», meint Kyburz. Er war auf allen Verbandsstufen engagiert: zuerst in der Jungwacht Obergösgen, dann in der Region Olten und im Kanton Solothurn, zuletzt in diversen Stellen auf Bundesebene oder bei Grossprojekten wie dem 75-Jahr-Jubiläum von Jungwacht Blauring Schweiz im Jahre 2007. Er dankt für das Engagement, mit dem die Leitenden der JuBla verschiedenste Fähigkeiten und Werte vermitteln. 

Geländespiel bei Sonnenschein
Am nächsten Morgen muss die Lager­gemeinschaft bei schönstem Sonnenschein den Kampf gegen Kronos aufnehmen. Ein Geländespiel findet statt, bei dem die Teilnehmenden auf dem ganzen Lagerplatz und sogar am anderen Aareufer verschiedenste Aufgaben lösen müssen. Sie sind dankbar für die Unterstützung durch den Pontonierverein Solothurn. In gemeinsamer Anstrengung erobern sie in diesem Geländespiel Poseidons Dreizack aus den Händen der bösen Sirenen zurück, restaurieren und schmücken eine Zeusstatue, fliegen mit Pegasus und lassen das heilige Licht auf dem Olymp so hell erleuchten, dass sich niemand mehr vor Bösewichten fürchten muss. Schliesslich gelingt es auch, Kronos festzunehmen. Nach einiger Überzeugungsarbeit willigt Kronos ein, sich fortan vom Olymp fernzuhalten. Alle sind in Sicherheit! 

Olympische Spiele
Zum Dank verspricht Zeus eine Überraschung: Am Montag werden die Olympischen Spiele durchgeführt! Nachdem ein Fackelläufer das Olympische Feuer in das Hauptzelt trägt, teilen sich die Kinder und Jugendlichen in Gruppen auf und veranstalten einen tollen Wettkampf. Die jüngeren Teilnehmenden treten in Fussballvariationen, Königsvölkerball und Capture the Flag gegeneinander an, die älteren ausserdem auch in Baseball, Spikeball und Labyrinthball.
Mit der Siegerehrung geht das kantonale Pfingstlager dem Ende zu. Während die Gottheiten vom grossen Turm zum Abschied winken und Sprechgesänge in den Himmel rufen, machen sich die Scharen auf den Weg Richtung Stadt Solothurn, wo sich alle voneinander verabschieden. Die Wege der Ortsgruppen trennen sich, und durch ihre individuellen Heimreisen wird das Olympische Feuer und die Freude in den Herzen in den ganzen Kanton getragen.   

 

 

Jungwacht Blauring 
Jungwacht Blauring ist mit über 30 000 Mitgliedern die zweitgrösste Jugendorganisation der Schweiz. Der katholische Kinder- und Jugendverband ist offen für alle, unabhängig von Fähigkeiten, Herkunft oder Religion. Mehrere Tausend Jugendliche leisten als Leiterinnen oder Leiter rund drei Millionen Stunden ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit. «Die JuBla schafft Lebens­­freu(n)de!», lautet das Motto und verbindet so Freizeitspass und Lebensschule. 
www.jubla-so.ch 

Josephine Walter und Raffael Schreiber
sind PR-Verantwortliche des Organisationskomitees für das Pfingstlager Jungwacht Blauring Kanton Solothurn.