Aktuelle Nummer 23 | 2019
10. November 2019 bis 23. November 2019

Jugend

«Mir wurde sofort klar: Das will ich!»

von Daniele Supino

Die 22-jährige Carmen Ammann aus Langenthal studiert am Religionspädagogischen Institut (RPI) der Universität Luzern. Dazu gehört die teilzeitliche Tätigkeit in einer Praxisstelle. Deshalb arbeitet sie seit einem Jahr in der Pfarrei St. Ursen und St. Marien in Solothurn. Sie liest gerne, malt Landschaften, ist aktive Guggenmusikerin und verbringt am liebsten die Zeit in der Natur und mit der Familie.

Carmen, was sind deine Aufgaben?
Ganz viele: ökumenischer Religionsunterricht in zwei Primarklassen, Mithilfe bei Familiengottesdiensten, Taufvorbereitungen, bei der Vorbereitung auf die 1. Kommunion und auf die Firmung. Zudem engagiere ich mich am Freiwilligenprojekt «Deutsch mit jungen Flüchtlingen» am Freitagnachmittag im IBZ Scalabrini. Nächstes Jahr leite ich den Versöhnungsweg mit. Und wir haben etwas Neues vor: Wir werden «Bätt-Göttis» haben, die für die Kinder auf dem Versöhnungsweg beten. Hier noch ein kleiner Aufruf: Wir suchen noch einige «Bätt-Göttis» und «Bätt-Gottis»!

Was gefällt dir am besten?
Eigentlich alles! Besonders interessant ist, die Firmlinge zu begleiten. Sie sind reifer, haben sich halt schon Gedanken zum Glauben gemacht und gehen bewusster damit um.

Wie bist du zur Ausbildung am RPI gekommen?
Nach der Fachmittelschule musste ich ein Jahr lang auf meinen Studienplatz als Dentalhygienikerin warten und überbrückte diese Zeit mit einem Praktikum in der Kindertagesstätte «Windrose» in Langenthal. Bald merkte ich, dass ich mit Menschen und Kindern arbeiten will, und als ich von einem Bekannten auf das RPI aufmerksam gemacht wurde, wurde mir sofort klar: Das will ich! Ich habe ja selber sechs Jahre lang ministriert, war am Minijubiläum in Rom 2012, meine Mutter ist Religionslehrerin. Das Religiöse war und ist bei mir alltäglich präsent!

Du bist viel mit Kindern zusammen. Was möchtest du ihnen weitergeben?
Mein grösstes Anliegen ist es, den Kindern zu vermitteln, wie vielseitig der Glaube ist, und wie viel Kraft der Glaube gibt. Die Kinder spüren das irgendwie und ich will sie darin bestärken. Wie z. B. das Kind, das die Kraft des Gebetes entdeckte: Als es nach dem Tod der Grossmutter für sie betete, kam es ihr vor, als ob das Grosi mit ihm sprechen und sagen würde: «Es kommt gut!»

Welche sind deine Zukunftspläne?
Nächstes Jahr mache ich das Diplom am RPI. Danach habe ich Lust, die Welt in all ihren Facetten kennenzulernen.