Aktuelle Nummer 15 | 16 | 2019
21. Juli 2019 bis 17. August 2019

Schwerpunkt

Dem Islam begegnen

von Sophie Deck

Zwei Begebenheiten wurden für die Jugendseitenautorin Sophie Deck, 19, zu Begegnungen mit dem Islam in unserer Region: Sie besuchte die Baustelle in Grenchen, auf der die neue Moschee errichtet wird und erkundigte sich über deren Bedeutung für die Grenchner Muslime. Dann führte sie ein Gespräch mit Samira Hobi aus Biberist, die in Bern Islamwissenschaft studiert. 

 

EINE NEUE MOSCHEE IN GRENCHEN


Der erste Spatenstich für den Bau der «Xhamia-Ebu-Hanife-Moschee» in Grenchen erfolgte bereits Mitte April 2016. Da der Neubau mit Freiwilligenarbeit realisiert wird, nimmt er mehr Zeit in Anspruch. Alle Helfenden sind berufstätig, und es kann immer nur an Samstagen gearbeitet werden. Das Projekt wurde seit 2010 von der Albanisch-Islamischen Glaubensgemeinschaft (AIG) geplant. Trotz einiger anfänglicher Schwierigkeiten kommen die Arbeiten nun planmässig voran. 

Eine Moschee für alle 
Die Idee, diese Moschee zu bauen, habe es schon ziemlich lange gegeben, sagt der Sprecher der AIG, Isa Ismaili. Zwar gab es schon bisher einen Ort, an dem die Grenchner Muslime zusammen beteten. Der Raum war jedoch in einem kalten, unwirtlichen  Untergeschoss. Zudem wurde die Gemeinschaft immer grösser und es brauchte mehr Platz. Die meisten Mitglieder der Gemeinschaft sind albanische Muslime. In der Moschee sind jedoch alle willkommen, die sich an die Regeln halten. «Im Islam gibt es keine Ausgrenzung, Nationalität und Hautfarbe spielen keine Rolle; es geht nur um den Menschen und seinen Glauben», sagt der Sprecher der AIG.

Ein Treffpunkt für die Jugend
Die Moschee ist nicht nur ein Ort des Gebetes. Sie dient den Muslimen auch als Treffpunkt und Gemeinschaftsraum. Das ist besonders für die Jugendlichen wichtig. Sie sollen sich hier austauschen und um Rat fragen können, damit sie nicht «auf die schiefe Bahn geraten». Des Weiteren werden Deutschkurse angeboten, damit sich Migrantinnen und Migranten besser in unserer Gesellschaft zurechtfinden können. Auch für Schülerinnen und Schüler soll Nachhilfeunterricht eingerichtet werden. Die AIG will damit einen Betrag zur Integration leisten, damit die Moschee nicht nur zu einem Gewinn für die Muslime, sondern für die ganze Stadt Grenchen wird. Das sehen auch nicht-muslimische Grenchner so: Viele unterstützen das Vorhaben und es gibt auch Christen, die beim Bau mithelfen. Schlussendlich haben alle den gleichen Wunsch: Dass Grenchen eine vielfältige, friedliche Stadt ist, in der sich alle zuhause fühlen. So wie es aussieht, wird die «Xhamia-Ebu-Hanife-Moschee» schon sehr bald fertig sein, und von da an werden die Türen für alle offenstehen.   

www.aig-grenchen.ch