Aktuelle Nummer 23 | 2019
10. November 2019 bis 23. November 2019

Jugend

Wir sprechen Deutsch!

von Sophie Deck

Im Internationalen Bildungszentrum (IBZ) in Solothurn finden jeden Freitag Treffen statt, bei denen Freiwillige mit jungen Flüchtlingen Deutsch reden. Dabei geht es nicht um Grammatik oder Vokabeln, es ist also kein Deutschkurs; bei den Treffen wird durch unterschiedliche Aktivitäten an der Konversation auf Deutsch gearbeitet.

Man vergnügt sich mit Spielen wie zum Beispiel «UNO», löst Mathematikaufgaben und Rätsel oder unterhält sich einfach über alles Mögliche. Diese Art von Austausch ist für die Flüchtlinge sehr wichtig, weil man eine Sprache nicht wirklich lernen kann, wenn man sie nicht in der Konversation übt. Fast alle besuchen zwar Deutschkurse, diese sind aber schulisch und auf schriftliche Aspekte fokussiert.

Mohammed, ein syrischer Flüchtling, der mit seiner Frau und seinen zwei Kindern seit einem Jahr in der Schweiz lebt, geht jeden Tag fünf Stunden in einen Deutschkurs. Anschliessend geht er einen Kaffee trinken und versucht sich mit anderen Gästen zu unterhalten, um die Sprache zu üben. Allerdings seien die übrigen Gäste nicht sehr offen, denn alle müssten nach kurzer Zeit schon wieder weg. Ausser dem wöchentlichen Fussballtraining sind für ihn diese Treffen im IBZ die einzige Möglichkeit, sein Deutsch durch Sprechen zu verbessern.

Die jungen Erwachsenen können sich bei den Treffen auch über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten austauschen und untereinander Freundschaften schliessen. Obwohl sie alle sehr unterschiedlich sind, verbindet sie vieles hier in einem fremden Land. Die Atmosphäre ist entspannt und es wird viel gelacht – zum Teil auch über falsch ausgesprochene Wörter. Dabei wird niemand ausgelacht; die ganze Sache wird einfach nicht allzu ernst genommen. Am Ende ist es schliesslich auch nicht so wichtig, wie gut man eine Sprache spricht; wichtig ist, dass man miteinander kommuniziert.