Aktuelle Nummer 23 | 2019
10. November 2019 bis 23. November 2019

Jugend

Dia de los Muertos

EIN BUNTES FEST ZU EHREN DER VERSTORBENEN


von Diana Cultrera

In der katholischen Kirche ist der November vom Totengedenken geprägt. Am 1. November feiern wir Allerheiligen, am nächsten Tag, an Allerseelen, erinnern wir uns aller Verstorbenen. Während diese Feierlichkeiten hierzulande von Stille und Gebet geprägt sind, stehen sie in Mexiko im Zeichen der Fröhlichkeit. 

Allerseelen und Allerheiligen sind zwei wichtige Feiertage. Man gedenkt der Heiligen und betet für die Toten, die die volle Gemeinschaft mit Gott noch nicht erreicht haben. An beiden Tagen besuchen die Angehörigen traditionell den Friedhof und schmücken die Gräber der Verstorbenen mit Kerzen und Blumen. Man trauert um geliebte Menschen, die man verloren hat, betet für sie und erinnert sich an die gemeinsame Zeit.

In Mexiko wird zur gleichen Zeit der «Día de los Muertos», auf Deutsch «Tag der Toten» gefeiert. Obwohl man an diesem Feiertag ebenfalls der Toten gedenkt, gibt es keine Spur von Trauer, Stille und Gebet. Der «Día de los Muertos» ist bunt, laut, fröhlich und skurril. 

In Mexiko hat man traditionell einen anderen Umgang mit dem Tod als in Europa. Nach altmexikanischem Glauben besuchen die Seelen der Toten einmal pro Jahr die lebenden Familienmitglieder. Bereits Wochen vor dem «Dia de los Muertos» starten die Vorbereitungen auf diesen Besuch: Die Angehörigen schmücken die Häuser mit Blumen und farbigen Girlanden, sie richten vor jedem Haus Totenaltare ein. Zu Ehren der Toten bringen sie Geschenke und backen Süssigkeiten. Überall auf den Strassen werden Skelette aus Pappe, Gips oder Zucker aufgestellt. Nachdem die Familien die «Ankunft der Toten» zu Hause abgewartet haben, gehen sie zum Friedhof und feiern dort ihre Liebsten mit Musik, Tanz und gutem Essen. Die Feierlichkeiten sind um Mitternacht zu Ende, denn gemäss der Legende kehren dann die Toten ins Jenseits zurück.

Seit dem Jahre 2003 gehört diese einzigartige Tradition zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.