Aktuelle Nummer 26 | 2018
09. Dezember 2018 bis 22. Dezember 2018

Kirche und Welt

Jugend-Bischofssynode

Um glaubwürdig zu sein, sei eine Kirchenreform nötig, erklärten die rund 270 Bischöfe in ihrem Schlussdokument. Das prophetische Bild einer synodalen Kirche sei 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil noch immer nicht umgesetzt. Eine Abkehr von Klerikalismus und die Beteiligung von Frauen und Jugendlichen auch in der Leitung der Kirche sei eine Frage der Gerechtigkeit. In der Kritik Jugendlicher müsse die Kirchenleitung einen Ruf Gottes zur Umkehr und zur Erneuerung der Strukturen hören. Wie den Jüngern von Emmaus (Lk 24) seien ihnen die Augen geöffnet worden für die vielgestaltigen Realitäten der Jugendlichen beispielsweise angesichts der Digitalisierung oder der Migration. Die Bischöfe stellen dabei fest, dass ein grosser Teil der Jugendlichen die Kirche nicht mehr als ernstzunehmenden Gesprächspartner betrachte. Als Gründe dafür benennen sie Missbrauchs- und Finanzskandale sowie die katholische Sexualmoral. Um verstanden zu werden, brauche es eine «Reinigung» der kirchlichen Sprache. Die teilnehmenden Jugendlichen dankten Papst Franziskus in einem eigenen Brief und bekräftigten: «Wir teilen deinen Traum: eine Kirche auf dem Weg nach draussen, offen für alle, vor allem die Schwachen, eine Kirche als Feldlazarett».