Aktuelle Nummer 12 | 2019
09. Juni 2019 bis 22. Juni 2019

Editorial

Wenn man wüsste

Wenn man wüsste, wie das Leben nach dem Tod aussieht? Wenn man wüsste, was im neuen Jahr alles auf uns zukommt? Wenn man wüsste, wie sich die Kindheit Jesu zugetragen hat? Fragen, die einem in der Zeit von Weihnachten und Jahreswechsel bewegen können. Ein Kirchenblattleser hat mir geschrieben, dass er Antworten im Buch der Seherin Giuliana Buttini gefunden habe. Aufgrund ihrer Privatoffenbarungen vermittelt die Autorin ungekannte Einblicke in das Leben von Jesu und Maria damals in Bethlehem und heute im Himmel. 

Andere halten sich an die Magier aus dem Morgenland, die in die Sterne blickten und den Weg nach Bethlehem fanden. Gerade zum Jahreswechsel setzen sie auf Analysen der Sternbilder und vertrauen darauf, dass ihnen die Sterne auch heute Antworten auf die grossen Fragen des Lebens und der Zukunft geben können. 

Wieder andere orientieren sich an Joseph. In entscheidenden Momenten hört er auf den Engel seiner Träume. Deshalb verlässt er die schwangere Jungfrau nicht und rettet das Kind durch die Flucht nach Ägypten. Sich einlassen auf die Träume und auf die inneren Stimmen zu hören hilft denn auch vielen, das eigene Leben zu verstehen und Herausforderungen einordnen zu können.  

Wenn man wüsste? Die verschiedenen Wege suchen Antworten auf das, was uns für das Leben und die Zukunft Orientierung geben kann. Die biblischen Texte stellen dazu schlicht und symbolisch das Kind ins Zentrum. Ein Kind soll euch zum Zeichen sein, ein Kind in Armut und Verletzlichkeit, ausserhalb der gängigen Ordnung, als Kraft des Neubeginns, als Anfang für neue Lebensperspektiven, als Gegenwart Gottes in der Welt. Jedes Kind und selbst die eigene Kindheit können uns daran erinnern und uns für einen zukunftsfähigen und zuversichtlichen Umgang mit Unsicherheiten, Herausforderungen und Fragen ermutigen. 

Ich wünsche Ihnen zu Weihnachten und Neujahr viel von der Vitalität und Zusage dieses «göttlichen Kindes».

 

Kuno Schmid