Aktuelle Nummer 6 | 2019
17. März 2019 bis 30. März 2019

Jugend

Es gibt keinen Planet B

von Lorenzo Supino

Es ist der 18. Januar, ein kalter Freitagmorgen, halb acht, und doch haben sich um die 400 Jugendliche aus Solothurn und Umgebung am Hauptbahnhof versammelt. Mit Slogans wie «Systemchange not Climatechange» oder «Wäm sini Zuekunft? Üsi Zuekunft!» ziehen sie zum Rathaus. Das Ziel ist klar: Wenn die Älteren sich nicht dafür einsetzen, die Natur und die Schöpfung zu retten, dann müssen es die Jugendlichen tun. 

Auch ich bin vor Ort und trotz vielen Fremden entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Für mich ist es wichtig, daran teilzunehmen, denn ich denke, dass auch wir Jugendliche ein Zeichen setzen müssen – gegen die Schwerfälligkeit, das Desinteresse und die Sorglosigkeit, wenn es um den Schutz unseres Planeten geht: Die Temperatur steigt stetig an, die Gletscher und das Eis am Südpol schmelzen und das alles bringt Konsequenzen mit sich, die wir Jugendlichen ausbaden müssen. Die Erwachsenen sprechen meist von Wirtschaftswachstum und Profit statt von Nachhaltigkeit und Naturschutz. Aber wir müssen die Erde retten, denn wir haben keinen Planet B.

Zwischendurch, vor der Berufsschule, der Kathedrale und dem Rathaus wird der Marsch angehalten und einige Freiwillige halten Reden mit einem Megafon. Ich habe mit zwei von ihnen, Amira Gerber aus Holderbank und Morena Arber aus Solothurn, gesprochen.

Amira und Morena, wie seid ihr auf diesen Klimastreik aufmerksam geworden? 
Amira: Wir haben durch eine WhatsApp-Gruppe davon erfahren und waren sofort Feuer und Flamme!

Warum habt ihr eine Rede gehalten? 
Morena: Weil wir wollen, dass alle Menschen realisieren, wie schlimm es um das Klima in der Welt bestellt ist, und dass wir unbedingt etwas daran ändern müssen, um es zu retten.

Denkt ihr, man kann den Klimawandel noch aufhalten? 
Morena: Ja, definitiv. Wenn alle dazu beitragen, indem sie etwas Kleines in ihrem Lebensstil ändern. Das kann viel bewirken.

Was tut ihr persönlich dagegen? 
Amira: Ich minimiere meinen Fleischkonsum und bin zu Fuss oder mit dem öV unterwegs.
Morena: Ich entsorge den Müll getrennt und vermeide soweit als möglich PET-Flaschen. 

Wie kann man erfahren, wann die nächste Demonstration für das Klima stattfindet?
Amira: Augen und Ohren offenhalten, die Kommunikation erfolgt kurzfristig via WhatsApp-Chat-Link.