Aktuelle Nummer 07 | 2020
29. März 2020 bis 11. April 2020

Bistumskolumne

Vater des Kirchengesangbuches ­gestorben

Paul Schwaller holte seine Handorgel, scharte die Kinder des Quartiers um sich und improvisierte mit ihnen das «Allmendstrassenlied». So kam er als pensionierter Seelsorger mit seiner Cousine Rösli in unsere Nachbarschaft. Sofort wurde deutlich, wie ­offen und gesellig er auf die Leute zuging und wie viel ihm die Musik bedeutete. Das wussten die Pfarreiangehörigen von St. Niklaus SO bereits, denn hier war er von 1969 bis 1976 Pfarrer, bevor er nach Schaffhausen zog. So erlebten ihn auch die Menschen im Mittleren Leberberg als priesterlichen Mitarbeiter von 1994 bis 2013. Die Zusammenarbeit war von gegenseitiger Wertschätzung ­geprägt, und er konnte sich auch gut zurücknehmen gegenüber den ­Gemeindeleitenden.

Als bischöflicher Beauftragter konnte er 1966 das erste gemeinsame Kirchengesangbuch für die Deutschschweiz realisieren und herausgeben. Bis 1996 blieb er Geschäftsführer des KGB-Herausgabevereins. Getragen von der liturgischen Bewegung und mit dem Schwung des Konzils gelang es ihm und seinem Team, die Gesangstraditionen der verschiedenen Bistümer zusammenzuführen. Einige Melodien komponierte er gleich selbst. In Gottesdiensten und Kursen stellte er Gesang und Kirchenmusik ins Zentrum und motivierte zum Mitmachen.

Nun ist seine Stimme verstummt. Der 1928 in Welschenrohr geborene Paul Schwaller ist am 21. Februar 2020 verstorben und am 27. Februar 2020 in Oberdorf SO im Vertrauen auf die Auferstehung bestattet worden.

Kuno Schmid