Aktuelle Nummer 25 | 2019
08. Dezember 2019 bis 21. Dezember 2019

Jugend

Durch «Höhen und Tiefen» zu einer vertrauten Gruppe zusammenwachsen

von Basil Schweri

80 Kilometer, drei Pässe und ein Seilpark: Die Firmandinnen und Firmanden aus Solothurn durften als Firmvorbereitung vom 9. bis 13. Oktober 2019 den Schweizer Jakobsweg wählen. 

Ein gemeinsamer Weg, drei Pässe und ein «hohes» Ziel, das verbindet, schafft Gemeinschaft, ja, ermöglicht Kirche: «Besonders gefallen hat uns, dass sich eine leidenschaftliche Gruppe innert kürzester Zeit in ein Team, das einander motiviert, verwandeln konnte», meinten die Firmanden Marius und David. 

Neben dem Wandern gab es aber auch noch viele andere «coole und spannende Aktivitäten», so der frisch gefirmte Mitleiter Joshua. Nach einer anstrengenden Etappe konnten z. B. alle selbst ein Öl herstellen und testen. Öl geht unter die Haut, revitalisiert, heilt, baut auf. Mit Chrisam-Öl werden die Firmanden/-innen an der Firmung wie Könige/-innen gesalbt.  

Im Seilpark stellten sich dann Fragen wie: Schaff ich das? Glauben andere an mich und unterstützen sie mich dabei? Und: Hält das Seil? Was bedeuten mir Vertrauen und Glaube? 

Nach einer Nacht in der Pilgerherberge in Rapperswil führte der Weg vom Zürichsee hinauf nach Einsiedeln. Dabei begleitete uns eine Gebetsschnur: Jede Bitte, jeder Dank wurde zu einem Knoten. Unsere Schnüre vertrauten wir dann der schwarzen Madonna in Einsiedeln an und tauchten so in eine Jahrtausende alte Pilgertradition ein: «Ich weiss jetzt viel mehr über das Pilgern und wie es sich anfühlt», meinte Anna. 

Am letzten Tag die grosse Herausforderung: der Weg über den Haggeneggpass nach Schwyz. Bei einer Wegkreuzung musste man sich entscheiden: Gehe ich den anstrengenden, spektakuläreren Weg über den Grat oder den kürzeren? Welchen Weg bewerte ich wie? Und: Welche Werte prägen meine Lebensentscheidungen? 

Alle mussten über sich hinauswachsen und wurden dadurch innerlich gestärkt (lat. «gefirmt»): «Die Reise war zweifellos für alle eine neue und bereichernde Erfahrung», schreibt Lia rückblickend. Oder wie es Michelle zusammenfasst: «Durch intensive Gespräche, Freude, durch wortwörtlich Höhen und Tiefen sind wir zu einer vertrauten Gruppe zusammengewachsen. Ich kam manchmal an meine Grenzen und habe mich in der Anstrengung gefragt, wieso ich mir das antue. Doch wenn ich jetzt zurückdenke, würde ich es sofort wieder tun!»