Bischof Morerod will die Tür für die Piusbrüder nicht zumachen

Zwar unterhielt die Diözese Lausanne, Genf und Freiburg (LGF) in der Vergangenheit Kontakte zur Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX), doch erschwert deren mittlerweile schismatischer Status die Möglichkeiten eines Dialogs. Ein Überblick mit Bischof Morerod.

Raphaël Zbinden, cath.ch

Am 5. Oktober 2019 hatten sich Lefebvrianer in der St.-Maurice-Kirche in Freiburg versammelt, um dort das 50-jährige Jubiläum der FSSPX zu feiern. Der Ort steht in Verbindung mit ihrer Gründung im Jahr 1969. Die Pfarrei hatte dem Antrag von Bischof Charles Morerod des Bistums LGF zugestimmt, die Kirche für dieses Jubiläum zur Verfügung zu stellen. Die Pfarrei hatte klargestellt, dass diese Entscheidung «keineswegs einer Billigung oder Unterstützung dieser fundamentalistischen Bewegung gleichkomme».

Am 1. Juli 2026 nahm die FSSPX in Ecône (VS) nun die Weihe von vier neuen Bischöfen ohne päpstliches Mandat vor. Ein Schritt, der zur Exkommunikation der Bischöfe, der Priester der Bruderschaft sowie aller Gläubigen führte, die sich formell der Gruppe anschlossen, die offiziell als «schismatisch» erklärt wurde.

Ein «ökumenischer» Dialog?

Wie würde die Diözese angesichts dieser neuen Situation auf einen erneuten Antrag der FSSPX auf Nutzung einer Kirche reagieren? «Ich sehe nicht, wie es denkbar wäre, auf einen solchen Antrag einzugehen, wenn er heute gestellt würde», bemerkt Bischof Morerod gegenüber cath.ch.

«Wenn ich damals die Nutzung einer Kirche der Diözese zugestimmt hatte, dann geschah dies im Geiste des guten Willens, in einem Kontext, in dem eine Annäherung der FSSPX an Rom noch möglich war», versichert der Bischof. «Doch die Bischofsweihen vom 1. Juli 2026, die nach zahlreichen Warnungen, ausgestreckten Händen und Aufrufen zum Dialog seitens des Vatikans vollzogen wurden, zeigen, dass sie keinerlei Bereitschaft haben, in irgendeinen Versöhnungsprozess einzutreten.» 

Dennoch will Bischof Morerod die Tür nicht endgültig verschliessen. «Die Kirche ist stets bereit, mit jedem ins Gespräch zu treten. Es wird sicherlich notwendig sein, einen ökumenisch geprägten Dialog mit der FSSPX aufzunehmen, ähnlich dem, den wir mit anderen Gemeinschaften führen, die nicht mit Rom vereint sind. Werden je nach den Ergebnissen eines solchen Dialogs Absprachen und Vereinbarungen möglich sein – wie es 2019 der Fall war? Die Zukunft wird es zeigen.» (adaptiert von woz).