Aktuelle Nummer 24 | 2018
11. November 2018 bis 24. November 2018

CH-Jugendvertreterin vor der UNO

Sophie Neuhaus setzt sich am 17. Juli vor der Uno-Versammlung in New York für Nachhaltigkeit ein – gemeinsam mit Bundesrätin Doris Leuthard. Ein Strukturwandel sei vonnöten, schreibt die Vertreterin der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV). Dabei spielten junge Menschen dank ihren Fähigkeiten zur Innovation eine besondere Rolle.

"Wir müssen unbedingt über bestimmte Denkmuster hinausgehen, die uns am Erreichen der nachhaltigen Entwicklung hindern", schreibt Sophie Neuhaus auf Anfrage von kath.ch. Die Leiterin Politik und Projekte International beim SAJV, dem Dachverband von über fünfzig Jugendorganisationen, tritt am 17. Juli in New York am Uno-Forum für nachhaltige Entwicklung auf. Das Uno-Gremium ist zuständig für die Prüfung des Fortschritts bei der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

Neuhaus werde die Bedeutung der Agenda 2030 für die Jugend unterstreichen und die Herausforderungen bei der Umsetzung der Agenda und deren Überprüfung in der Schweiz sprechen, heisst es in der Mitteilung von Alliance Sud vom 9. Juli.

Schlüsselrolle der Jugendlichen

Neuhaus fordert gegenüber kath.ch "einen Strukturwandel, einen Paradigmenwechsel", um hinderliche Denkmuster zu überwinden. Bei diesem entscheidenden Übergang könnten junge Menschen "durch ihre Fähigkeit zur Innovation und Veränderung eine besondere Rolle spielen", ist Neuhaus überzeugt. Diese "Schlüsselrolle der Jugendlichen und Jugendorganisationen bei der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" will die Jugendvertreterin vor der Uno hervorheben.

Nachhaltige Entwicklung geschehe auf viele Arten auch in den Jugendorganisationen, ist Neuhaus überzeugt. Dazu gehörten insbesondere die ersten Erfahrungen mit demokratischen Strukturen, welche junge Menschen dort machen könnten. Bei Jungwacht Blauring und dem Verband katholischer Pfadi spiele ausserdem Prävention und Förderung von Gesundheit eine wichtige Rolle.

Vision der Welt entwickeln

Die beiden katholischen Jugendorganisationen sowie die mehrheitlich evangelisch geprägte Cevi engagieren sich laut Neuhaus vor allem für die sozialen und ökologischen Aspekte der nachhaltigen Entwicklung. Sie würden jungen Menschen dabei helfen, eine Vision der Welt zu entwickeln, die sowohl lokal wie auch global ausgerichtet sei. Die junge Frau war früher selbst Pfadfinderin. Im Alter von 8 bis 16 Jahren beteiligte sie sich an einer Pfadfindergruppe in Neuenburg, wie sie auf Anfrage schreibt.

Bei ihrem Auftritt vor dem Uno-Forum für nachhaltige Entwicklung will Neuhaus die erwähnten "spezifischen Beiträge der Jugendorganisationen – und der Zivilgesellschaft im Allgemeinen – zur nachhaltigen Entwicklung hervorheben". Sie hofft darauf, dass die Agenda 2030 von den Uno-Mitgliedstaaten ernst genommen wird. Und dass sich die jungen Menschen ihrer wichtigen Rolle bewusst werden.

Begleiter der offiziellen Schweizer Delegation

Neben dem SAJV kommt auch Alliance Sud am 17. Juli an der Uno zu Wort, die sich "entwicklungspolitischer Think-and-Do Tank der sechs Schweizer Entwicklungsorganisationen Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle, Caritas, Helvetas und Heks" nennt. SAJV und Alliance Sud vertreten die Schweizer Zivilgesellschaft, so die Mitteilung von Alliance Sud. Sie begleiten die offizielle Schweizer Delegation ans Forum. Diese wird von Bundesrätin Doris Leuthard angeführt. Leuthard stellt vor der Uno-Generalversammlung den Schweizer Länderbericht vor. Dieser sei "schöngefärbt", kritisiert Alliance Sud.

Sie will vor der Uno den Bericht der "Plattform Agenda 2030" vorstellen. Dieser ortet einiges an Handlungsbedarf in der Schweiz: betreffend Menschenrechte, Verantwortung als Finanzplatz und Rohstoffhandelsplatz und anderem mehr. Der erst vor kurzem gegründeten Plattform gehören eine Reihe kirchlicher Hilfswerke und Organisationen an. (rp)

Die «Agenda 2030»

Die Uno-Resolution «Transforming our world: the Agenda 2030 for Sustainable Development» wurde am 25. September 2015 an der Generalversammlung der Vereinten Nationen einstimmig verabschiedet. Sie ist aus der Sicht der «Plattform Agenda 2030» eine Art Weltverfassung für eine nachhaltige Entwicklung und umfasst insbesondere 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Die Agenda 2030 gelte für alle Länder und nehme somit auch alle in die Pflicht.

Ein wichtiger Schritt für die Schweiz bei der Umsetzung der in der Agenda genannten Ziele sei die Berichterstattung an die Uno, die vom Bundesrat verabschiedet werde. Darin soll die Schweiz darlegen, wie sie sich bezüglich der Erreichung der Ziele einschätzt. Dies geschieht, wie erwähnt, am 17. Juli. (gs/rp)