Der Bischof von Como wird Kardinal

Feststimmung am Comer See: Papst Franziskus hat den Bischof von Como, Oscar Cantoni (71), in den Kardinalsstand erhoben. Das Bistum Como grenzt an die Schweiz und hat enge Verbindungen zum Bistum Lugano und Chur.

Oscar Cantoni (71) wurde 2016 von Franziskus zum Bischof von Como ernannt. Zuvor war Cantoni, der auch Grossprior der norditalienischen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab von Jerusalem ist, Bischof von Crema. 

Bei einem Konklave wäre Cantoni stimmberechtigt

Bekannt wurde Cantoni, als er 2021 als Zeuge in einem Missbrauchsprozess rund um ein Ausbildungsseminar im Vatikan befragt wurde. Dieses wird von einer in Como ansässigen Organisation betrieben. Es ging auch um Vertuschungsvorwürfe einen seiner Vorgänger.

Mit 71 Jahren zählt Cantoni zu den Kardinälen, die bei einem Konklave stimmberechtigt wären. Nur Kardinäle unter 80 Jahren dürfen den nächsten Papst wählen.

Brusio und Poschiavo gehörten früher zu Como

Das Bistum Como hat traditionell sehr enge Beziehungen zum Bistum Lugano und zum Bistum Chur. Teil des heutigen Bistums Chur gehörten früher zum Bistum Como, etwa die Pfarreien Brusio und Poschiavo.

1884 schloss der Heilige Stuhl mit der Eidgenossenschaft und dem Kanton Tessin, der die Tessiner Pfarreien von den beiden lombardischen Diözesen abtrennte, eine Abmachung. So wurde der Weg frei für die Schaffung der Diözese Lugano. (cic/rr)