Aktuelle Nummer 19 | 2020
13. September 2020 bis 26. September 2020

Fastenopfer: Mehr Rechte für Bäuerinnen und Bauern

Bauern und Bäuerinnen ernähren die Welt. Und doch sind sie in vielen Ländern, in denen Fastenopfer arbeitet, am stärksten betroffen von Hunger und extremer Armut. Zahlreiche Regierungen vernachlässigen die kleinbäuerliche Landwirtschaft und überlassen das Geschäft mit der Nahrung den grossen Konzernen.
 
2018 legte die UNO deshalb in einer Deklaration die Rechte der Kleinbäuerinnen und -bauern (UNDROP) fest. Die Schweiz – auch Fastenopfer - hatte sich im Vorfeld stark für die Annahme der Deklaration eingesetzt. Eine heute in Bern vorgestellte Studie zeigt nun, dass die Schweiz zentrale Bereiche unserer Aussenpolitik anders gestalten müssen, damit diese Rechte verwirklicht werden können. Die von Fastenopfer mit in Auftrag gegebene Studie deckt Mängel auf in den Bereichen Handel, Saatgut und Bodenrecht sowie der Entwicklungszusammenarbeit auf und präsentiert einen Forderungskatalog.

  • So wird die Schweiz aufgefordert, die Auswirkungen der bestehenden oder künftiger Freihandelsabkommen auf Bauernfamilien in der Schweiz sowie in Partnerländern zu überprüfen. Zudem muss die Mitsprache der Bäuerinnen und Bauern in den Verhandlungen aktiv gefördert werden.
  • Die Schweiz soll sich klar für das Recht auf Saatgut einsetzen und damit auf strenge Sortenschutzgesetze als Bestandteil von Freihandelsabkommen verzichten, wie es auch die Ökumenische Kampagne 2020 von Fastenopfer und Brot für alle forderte.
  • Die Schweiz setzt auf die Liberalisierung des Handels und trifft bestimmte Massnahmen zum Schutz der Schweizer Landwirtschaft. Diese national ausgerichtete Politik benachteiligt jedoch die Kleinbauern und -bäuerinnen in den Ländern des Südens stark.
  • Die Schweiz muss sicherstellen, dass alle Projekte des Staatsekretariats für Wirtschaft (Seco) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) in Einklang mit den Rechten der Bäuerinnen und Bauern stehen.Sie soll die Bildung und Förderung bäuerlicher Organisationen unterstützen.

Beim heutigen Treffen konnten die Studienresultate Vertreterinnen und Vertretern der Bundesämter präsentiert werden, darunter das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten und das Institut für Geistiges Eigentum. Als Auftraggeberin der Studie schätzen wir vom Fastenopfer diese Offenheit der Bundesämter und hoffen weiterhin auf einen konstruktiven Dialog.

Fastenopfer: Nun steht die Schweiz in der Pflicht