Aktuelle Nummer 24 | 2018
11. November 2018 bis 24. November 2018

Lehrgang für Animation von Freiwilligen

Die Kirche ist zunehmend auf die Tätigkeit von Freiwilligen angewiesen. Diese wünschen vermehrt professionelle Begleitung. Nun bieten die Deutschschweizer Bistümer  einen Lehrgang in Kirchlicher Freiwilligenanimation an. Er richtet sich an Katecheten und Jugendarbeiterinnen, die ihre Kompetenzen erweitern möchten, heisst es in einer Mitteilung des Bildungsrats der katholischen Kirche in der Schweiz (7. November).

In Zeiten, in denen sich Pfarreien in grösseren Strukturen wie Pastoralräumen organisieren müssen, seien "neue Formen des Engagements" gefragt, heisst es in der Mitteilung weiter. Tätigkeiten, die bisher von Seelsorgenden professionell ausgeführt worden seien, fielen zunehmend in die Hände von freiwillig Engagierten.

Partizipation und professionelle Begleitung

Gleichzeitig habe eine Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts gezeigt, dass freiwillig Tätige vermehrt nach Partizipation strebten und professionelle Begleitung und Bildungsangebote wünschten. Es gehe bei der Freiwilligenarbeit also nicht mehr bloss um die "Behebung von Missständen".

Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, haben die deutschsprachigen Bistümer (Deutschschweizer Ordinarienkonferenz, DOK) den Lehrgang "Kirchlicher Freiwilligenanimator" eingeführt. Er richtet sich an Katecheten und Jugendarbeiterinnen, die bereits über den entsprechenden Fachausweis von "Formodula" (siehe separater Text) verfügen.

Zusammenarbeit mit der Dachorganistion für Freiwilligenarbeit

Aufgabe solcher Animatorinnen und Animatoren ist es, kirchliche Freiwilligengruppen professionell zu begleiten und die Kompetenz für soziokulturelle Animation in den Seelsorgeteams zu stärken, heisst es in dem von Bildungsrat verfassten Stellenprofil.

Die Weiterbildung zum Freiwilligenanimator umfasst zum einen den Lehrgang "Freiwilligen-Koordination" des Vereins "Benevol". Benevol ist die nationale Dachorganisation für Freiwilligenarbeit. Dieser Kursteil dauert dreieinhalb Tage.

Zudem müssen je nach Vorbildung drei bis fünf weitere Module aus dem Programm "Formodula" absolviert werden. Die Absolventen lernen hier "Methoden der Projektarbeit" kennen, den "Umgang mit Konflikten", "Grundzüge Kirche und Pastoral", "Grundzüge der Gemeinwesenarbeit" und "Berufsfeldgestaltung der kirchlichen Freiwilligenanimation".

Neue Module ab Herbst 2019

Während die ersten beiden Module bereits angeboten werden, handelt es sich laut Mitteilung bei den drei zuletzt genannten um vollkommen neue Module. Diese werden ab Herbst 2019 erstmals durch das Theologisch-Pastorale Bildungsinstitut durchgeführt. Die fünf Module umfassen jeweils zwischen 40 und 100 Stunden.

Der Bildungsrat der katholischen Kirche in der Deutschschweiz führt Aufsicht über sprachregionale Bildungsangebote und steuert diese strategisch. Er berät die DOK sowie gemeinsam mit seinem Westschweizer Pendant (Conseil de la Formation) die Schweizer Bischofskonferenz in Bildungsfragen. Der Bildungsrat besteht aus 12 Mitgliedern, welche die Ausbildungsinstitutionen, die theologischen Fakultäten, die Bistümer und die staatskirchenrechtlichen Strukturen vertreten. (sys)

Formodula

"Formodula" ist das Weiterbildungskonzept für die nicht-universitäre Aus- und Weiterbildung der katholischen Kirche in der Deutschschweiz. Die Ausbildungsgänge werden dabei aus Modulen aufgebaut, welche einzeln besucht werden können.

Eine Ausbildung kann somit am Stück oder über einen längeren Zeitraum verteilt absolviert werden. Kompetenzen, die in anderen Zusammenhängen erworben wurden, lassen sich anrechnen. (sys)