Aktuelle Nummer 25 | 2021
05. Dezember 2021 bis 01. Januar 2022

Randständigkeit von Religion bei SRF

«Arnd Bünker: Das Gottesdienstprogramm bei SRF ist zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Hier zeigt sich die Randständigkeit von Religion in den öffentlichen Medien. Darin spiegelt sich aber auch, dass es auf Ebene Schweiz oder Deutschschweiz keinen ernsthaften Dialog auf Augenhöhe mit den Verantwortlichen des SRF gibt. So geraten die Potenziale der Religion für die Öffentlichkeit aus dem Blick und die Medienpräsenz sinkt. Uns fehlten am Ende gerade in der Pandemiekrise eingespeilte Kontakte und Beziehungen.

SRF argumentiert mit rückläufigen Zuschauerzahlen.

Bünker: Weil die Gottesdienste zu selten, kaum zielgruppenspezifisch und insgesamt thematisch zu wenig profiliert sind. Aber an den letzten Pandemie-Weihnachten hätte ich mich sehr über einen ästhetisch wie inhaltlich ansprechenden, gemeinsam von SRF, Bundesrat, den Bischöfen und der Reformierten Kirche und anderen gestalteten Gottesdienst oder eine auch religiöse Weihnachtsfeier im TV-Programm gefreut. Zu möglichst guter Sendezeit. Ich bin sicher, dass der auch Zuschauer gefunden hätte. Meines Wissens kam man aber weder seitens der Kirchen noch beim SRF auf die Idee.»

Der Theologe Arnd Bünker (52) leitet das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut in St. Gallen und die Geschäftsführung der Pastoralkommission der Schweizer Bischofskonferenz. Er äussert sich im Gespräch mit «Credo», dem «Magazin für Mitarbeitende der Katholischen Kirche im Kanton Zürich». (rr)