Vatikan: Künstliche Intelligenz muss ethisch verantwortbar sein

Der Vatikan dringt auf internationale Regelungen zum Einsatz Künstlicher Intelligenz. Sie müssten die damit verbundenden ethischen, rechtlichen und pädagogischen Fragen einbeziehen, forderte der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, am Dienstag in Berlin.

Beim internationalen Friedenstreffen der christlichen Gemeinschaft Sant’Egidio hob Paglia hervor: «Wer über die Daten der Menschen verfügt, kontrolliert auch ihr Leben.» Ausser den Staaten müssten sich auch die Religionsgemeinschaften dafür einsetzen, dass Künstliche Intelligenz nicht «zu einer Diktatur des Planeten wird», sagte Paglia.

Moderne nicht verurteilen

Der Präsident der Akademie wandte sich zugleich dagegen, mit Blick auf Künstliche Intelligenz «die Moderne zu verurteilen mit der Blindheit derer, die sie nicht verstehen». Der technologische Fortschritt könne auch dazu dienen, die Warnsysteme vor Naturkatastrophen und die weltweite Nahrungsmittelversorgung zu verbessern.

Der Päpstliche Akademie für das Leben, der 70 Fachleute angehören, berät den Papst in ethischen Fragen. Das Friedenstreffen mit Gästen aus 33 Ländern geht an diesem Dienstagabend mit einer Grossveranstaltung vor dem Brandenburger Tor zu Ende. (kna)