Aktuelle Nummer 11 | 2020
24. Mai 2020 bis 06. Juni 2020

Focus

Ökumene – neue Schritte

Die meist projektorientierte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Konfessionen ist vielerorts selbstverständlich geworden. Zahlreiche Handlungsfelder der Ökumene sind im Kanton Solothurn auch institutionell abgesichert: die Spitalseelsorge, die Gefängnisseelsorge, die Gehörlosenseelsorge, die Notfallseelsorge, die Ausbildung der Religionslehrpersonen (OekModula) usw. Das bedeutet, dass das Gelingen nicht mehr allein vom guten Willen einzelner Personen abhängt, sondern zur gemeinsamen Aufgabe der Kirchen geworden ist. In St. Gallen ist der ökumenische Religionsunterricht deshalb durch ökumenische Unterrichtskommissionen ergänzt worden, die diesen Unterricht behördlich mittragen und verantworten. In Bern treten die reformierten Kirchgemeinden Markus und Johannes und die katholische Pfarrei St. Marien für die Christinnen und Christen des Quartiers gemeinsam als «Ökumene Bern Nord» auf. Noch einen Schritt weiter wollen der evangelische Landesbischof von Hannover und der katholische Bischof von Hildesheim gehen. Sie sagen, dass es in Zukunft Kirchgemeinden mit evangelischen und katholischen Mitgliedern unter einem Dach geben wird. Sind das Schritte für eine ökumenische Zukunft? 

«Schaut hin» heisst das Motto des ökumenischen Kirchentages 2021 in Frankfurt. Dort soll gemeinsam über solche Schritte nachgedacht werden. Noch ist es bewusst unscharf, noch muss man genau hinschauen und überlegen, was es sein könnte. Aber nur so lässt sich Neues erkennen und erhoffen. 

Kuno Schmid