Bistumskolumne

Bischof Felix Gmür: «Papst Franziskus wirbelt auf, damit die Leute in Bewegung kommen»

Wie war’s beim Papst?
Bischof Felix Gmür: Sehr herzlich. Der Papst ist topfit und hat sich fast zwei Stunden Zeit für uns genommen. Er wirkte auf mich recht entspannt – was bei seinem dichten Programm ja wirklich erstaunlich ist.

Machen ihm die Konflikte im Vatikan zu schaffen?
Er will Prozesse anstossen und jetzt merkt er: Es kommt etwas in Gang. Ich denke, er hat keine Probleme, wenn es auch Auseinander­setzungen gibt (…). Da ist er wohl ganz Latino: Kontroversen sind nichts Negatives.

Worauf kommt es dem Papst an?
Auf den synodalen Prozess, auf das gemeinsame Unterwegssein: beten, hören, austauschen, sich nicht verhärten, sich öffnen, sich überraschen lassen, weitergehen.

Was beschäftigt den Papst?
Er will wissen: Wie ist die Kirche unterwegs? Wie erneuert sie sich? Und der Papst hat mehrmals betont: Die Erneuerung ist ein geistlicher Prozess. Die Erneuerung beginnt bei jeder einzelnen Christin und bei jedem einzelnen Christen. 
Sie ereignet sich im dialogischen Austausch. Der Heilige Geist ist das Subjekt (…).

Wie war die Stimmung unter den Schweizer Bischöfen?
Sehr herzlich, freundschaftlich, brüderlich (…). Was gut getan hat: Die Einheit mit der Weltkirche zu spüren (…). Wir sind eingebunden in das weltweite Bischofskollegium. Da braucht es ein gutes Gleichgewicht: zu lernen, zu hören, etwas einzugeben, gemeinsam zu spüren, was der Heilige Geist uns sagt.

Interview: Raphael Rauch/kath.ch (ufw)