Aktuelle Nummer 25 | 2023
03. Dezember 2023 bis 16. Dezember 2023

Jugend

«Präsent sein, um für andere zum Präsent zu werden.»

Pascal Eng wuchs mit seiner Familie auf einem Bauernhof in Niedergösgen auf. Er war Ministrant, aber seine Familie war nie besonders religiös. Mit der Zeit übernahm Pascal Eng immer mehr Verantwortung in der Pfarrei, ging in den Pfarreirat, wurde Lektor und Kommunionhelfer und organisierte Lager und Reisen. Er fühlte sich wohl in der Pfarrgemeinde, er hat dort Heimat gefunden.  «Der Pfarrer damals meinte, er mache erst Duzis mit mir, wenn ich Pfarrer bin.» Vielleicht auch ein bisschen, weil er dem nicht entsprechen wollte, studierte Pascal zuerst Geografie in Bern, mit der Intention, Lehrer zu werden. 

Während einer Vorlesung im Masterstudium aber wurde Pascal klar, dass er am falschen Ort war. «Es machte mir Spass, aber ich habe irgendwie gespürt, hier bin ich einer von vielen und werde nicht wirklich gebraucht.» Noch während dem Master brach Pascal das Studium ab und wechselte nach Luzern zur Religionspädagogik und arbeitete in der Pfarrei in Frauenfeld in der Jugendarbeit. «Manchmal dachte ich, falls ich doch mal Theologie studieren möchte, ist das hier eine gute Grundlage.»

Und so war es dann auch. Pascal studierte Theologie. «Im Nachhinein bin ich froh, nicht von Anfang an Theologie studiert zu haben. Es braucht eine gewisse Reife und Rückgrat, diesen Weg zu gehen. Man ist auch mit Widerstand und Anfragen konfrontiert, wenn man heutzutage Priester werden möchte.» 

Mit der Zeit sehe man aber die Vielfältigkeit des Berufsbildes und die grosse Freiheit bei der Ausübung der Aufgaben. Liturgie, Sakramente, viele Besuche und Begegnungen oder auch Ausflüge mit den Jugendlichen, wie vor einigen Wochen auf die Kartbahn. «Ich finde es schön, wenn sich das Leben von Jung bis Alt in meiner Arbeit spiegelt und ich für die Menschen da sein kann.»

Präsent sein, um für andere zum Präsent zu werden. Nach dieser Spiritualität von Charles de Foucauld lebt Pascal Eng. Er möchte für die Menschen da sein. «Meine Arbeit und mein Privatleben kann man nicht einfach voneinander trennen. Ich wohne gerade neben der Kirche. So kann ich besser für die Menschen da sein. Meine Arbeit nehme ich immer wieder ins Gebet, aber auch die Menschen, die ich durch den Tag begleite, möchte ich im Gebet mittragen.»