Kirche und Welt

Franz und Arnold Stampfli – zwei Aedermannsdörfer Bürger im Dienst der Kirche

Am Dreifaltigkeitssonntag, 12. Juni 2022, verstarb der amtsälteste Churer Domherr Franz Xaver Stampfli (1935–2022). Er, der 1961 die Priesterweihe empfing, während vieler Jahre im Generalvikariat Zürich mitarbeitete (wo ich sein Nachfolger sein durfte), als Informationsbeauftragter für das Bistum Chur und später als Pfarrer der Stadtzürcher Mutterkirche Peter und Paul wirkte und über Jahrzehnte Verantwortung für die Fremdsprachigenmissionen ausübte, war zutiefst ein Seelsorger. Er setzte sich für eine menschenfreundliche, offene und barmherzige Kirche ein. Sorgen und Kummer bereiteten ihm die lange und leidvolle Churer Bischofskrise, in der er als Domherr dezidiert Stellung bezog. Glücklicherweise fand diese Krise mit der von ihm sehr begrüssten päpstlichen Ernennung von Joseph Bonnemain zum Bischof von Chur noch zu seinen Lebzeiten ein Ende.

Sein älterer Bruder Arnold (*1930) war über Jahrzehnte als Journalist und als erster Informationsbeauftragter des Bistums St. Gallen tätig und ist bis heute aktiv, auch zugunsten der Inländischen Mission. Sein Bruder Franz bestimmte seine Beerdigungskollekte und die Trauerspenden noch selbst für dieses Hilfswerk. Denn ihm war bewusst, wie wichtig die Inländische Mission für den Aufbau der katholischen Kirche im Kanton Zürich war, bis dort 1963 Kirchgemeinden eingeführt werden konnten. Er gab vor seinem Tod ausserdem seinem Bruder Arnold den Auftrag, seinen Primizkelch der Pfarrei Aedermannsdorf zu übergeben. Die beiden Brüder sind nämlich Bürger von Aedermannsdorf, worauf sie sehr Wert leg(t)en. Arnold lebte um 1970 sogar sechs Jahre in Solothurn, verfasste für die Solothurner Nachrichten Zeitungsartikel und wirkte als Präfekt der Männerkongregation Solothurn. Urban Fink-Wagner