Aktuelle Nummer 05 | 2024
25. Februar 2024 bis 09. März 2024

Zürcher Kirche spricht mit Image-Kampagne Austrittswillige an

Seit Mitte Januar läuft die Image-Kampagne der Zürcher Kantonalkirche. Sie ist eine Massnahme, um dem negativen Image der Kirche etwas entgegen zu stellen, das sich seit Publikation der Missbrauchsstudie im letzten September noch verschärft und zu vermehrten Kirchenaustritten geführt hat.

«Unser Image? Im Allzeittief. Unser Engagement? Konstant hoch», heisst es in der Kampagne. Diese wurde noch vor Weihnachten an die Kirchgemeinden im Kanton Zürich versandt. Letzte Woche wurde die Kampagne breit gestreut – in den Sozialen Medien, mittels Anzeigen auf Medienplattformen und mit Plakaten an Verkehrsknotenpunkten des ÖVs im Kanton Zürich.

Schlechtes zugeben, Gutes hervorheben

«Wir wollen zwei zentrale Botschaften vermitteln», erklärt Simon Spengler, Bereichsleiter Kommunikation bei der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. Es gehe einerseits darum, die Menschen in ihrem Frust um die katholische Kirche ernst zu nehmen. Deshalb solle zugegeben werden, «dass Vieles schlecht gelaufen ist und wir im Moment ein sehr negatives Image haben und uns verbessern müssen».

Doch deswegen sei nicht alles schlecht, sagt Spengler und betont: «Es wird im Rahmen der Kirche ganz viel Gutes geleistet. Das wird oft übersehen von Menschen, die mit dem Gedanken spielen, aus der Kirche auszutreten.»

Zielpublikum sind 30- bis 45-Jährige

Der Hauptteil der Kampagne läuft online, so Spengler. «Damit erreichen wir die möglichen Austrittswilligen – Katholikinnen und Katholiken zwischen 30 und 45 Jahren – am besten.»

Die aktuelle Image-Kampagne ist die zweite nach 2022. Sie läuft ebenso unter dem Motto «Kirchensteuer wirkt». Projektleiterin der aktuellen Kampagne ist die Werberin Yaël Weissmann von der Kommunikationsagentur art.I.schock. Im Gespräch mit zhkath sagt sie, es gebe nur ein Mittel, das Image der Kirche zu verbessern, nämlich «authentische Selbstreflexion». (kath.ch)